Vortrag Dr. Karin Stögner: Antisemitismus und Sexismus

07. März, 19 Uhr: Antisemitismus und Sexismus – historisch-gesellschaftliche Konstellationen

In ihrem Buch entfaltet Dr. Karin Stögner eine materialistische Kritik an Ideologien und analysiert die strukturellen und funktionalen Gemeinsamkeiten von Antisemitismus und Sexismus. Auf Grundlage der Kritischen Theorie und der Psychoanalyse geht sie den Trugbildern von „Weiblichkeit“ und „Jüdischsein“ nach und verweist auf deren Verstrickungen. Antisemitismus und Sexismus werden als Ideologien nicht ins Subjekt verlegt, sondern als gesellschaftlich vermittelte und verselbständigte Ideen begriffen, deren Funktion die Rechtfertigung ungerechter gesellschaftlicher Zustände ist. Dabei sind Ideologien auch als Praxis zu verstehen.

Karin Stögner entwickelt vor solcher Einbettung von Antisemitismus und Sexismus im gesellschaftlichen Gesamtzusammenhang eine Kritik an der Kampagne BDS sowie an sogenannten „pinkwashing“-Vorwürfen. Zudem kritisiert sie vor dem Hintergrund der Kritischen Theorie ein politisches Intersektionalitätskonzept, welches Jüdinnen und Juden implizit als Vertreter_innen weißer Suprematie sieht und auf dieser Grundlage Israel delegitimiert.

Eine Veranstaltung von outside the box und MONAliesA im Rahmen des Feministischen Kampftags 2017.

Leipzig liest 2017 / Buchmesse – unser Programm

Fr., 24.03., 20 Uhr
Lesung und Diskussion zum Thema der PS#2 „Genie wider Kollektiv“

Lesung aus den Essays der zweiten Ausgabe der Literaturzeitschrift PS: Anmerkungen zum Literaturbetrieb/Politisch Schreiben von: Maxi Obexer, Saša Ivanova, Josh Fenzl, gender et alia, jiaspa_joshua möbe, Joke Janssen, Suy Lan Hopmann, Kaśka Bryla, Olivia Golde, Max Czollek, Deniz Utlu (Autor*innen).

Wir diskutieren gemeinsam mit Autor*innen und Publikum über das Thema der zweiten Ausgabe „Genie wider Kollektiv“, über Literatur, Theater, das Politische darin und wie es anders laufen könnte.

Die Veranstaltung richtet sich an alle, die Literatur schreiben, verwerten, damit Geld machen und wie PS, bei all dem immer schon einen Tiger im Hirn hatten.

Weitere Informationen zu PS und alle Texte findet ihr unter http://www.politischschreiben.net/.

Sa., 25.03., 16 Uhr
Mareice Kaiser liest aus: „Alles inklusive – Aus dem Leben mit meiner behinderten Tochter“

»96 Prozent aller Kinder kommen gesund zur Welt. Meine Tochter gehört zu den anderen vier Prozent.« Ein Buch, das mitnimmt – in einen außergewöhnlichen Familienalltag. (S. Fischer Verlage).

Elternwerden hatte sich Mareice Kaiser anders vorgestellt: Ihre erste Tochter kommt durch einen seltenen Chromosomenfehler mehrfach behindert zur Welt. Das Wochenbett verbringen sie im Krankenhaus, statt zur Krabbelgruppe gehen sie zum Kinderarzt.

Mareice Kaiser erzählt von der Unplanbarkeit des Lebens, vom Alltag zwischen Krankenhaus und Kita, von ungewollten Rechtfertigungen, dummen Sprüchen, stereotypen Rollenverteilungen, bürokratischem Irrsinn und schwierigen Gewissensfragen.

Es ist die Geschichte einer jungen Mutter, die mehr sein will als die Pflegekraft für ihre behinderte Tochter. »Ich möchte nicht in einer Gesellschaft leben, in der mein Kind die Kita verlassen muss, weil es zu behindert ist. Ich möchte nicht in einer Gesellschaft leben, in der ich dankbar dafür sein muss, wenn jemand mein Kind betreut, weil ich arbeiten möchte. Ich möchte nicht immer auf Glück angewiesen sein. Wie soll sich was verändern, wenn niemand kämpft?«

Mareice Kaiser, Jahrgang 1981, lebt in Berlin und im Internet. Über ihr inklusives Familienleben als Mutter von zwei Kindern – mit und ohne Behinderung – berichtet sie auf ihrem Blog Kaiserinnenreich, mit dem sie innerhalb kürzester Zeit digitale Newcomer-Preise gewann.
Als Journalistin veröffentlicht sie Artikel zu den Themen Inklusion, Geschlechtergerechtigkeit und Vereinbarkeit von Familie und Beruf u. a. bei der tageszeitung (taz), ZEIT Online und im MISSY Magazine. http://kaiserinnenreich.de/alles-inklusive/

Sonntag, 26.03., 15 Uhr
Nadine Kegele liest aus „Lieben muss man unfrisiert“
Protokolle nach Tonband

40 Jahre nach Erscheinen von Maxie Wanders Bestseller „Guten Morgen, du Schöne“ ist es Zeit für eine Neubefragung. Welches Selbstverständnis haben Frauen* heute, mit welchem Rollenbild werden sie erwachsen und was wollen sie verändern? 19 Frauen*
zwischen Madrid und Berlin, zwischen 16 und 92 Jahren erzählen ungeschönt und mit viel Humor aus ihrem Leben, von ihren Ängsten und Sorgen, von falschen, richtigen und notwendigen Entscheidungen und davon, was es braucht, um glücklich zu sein. Nadine Kegele hat in ihrem Buch höchst heterogene und spannende Lebenswelten vereint. Sie alle machen deutlich, dass sexuelle Übergriffe und Diskriminierung, Krieg und Flucht, Rassismus und soziale Ungleichheit auch heute noch die großen Lebensthemen
sind. „Später, als ich schon länger verheiratet war, habe ich Sexualität erlebt, wie wenn das etwas wäre, das ich tun müsste, um Ruhe zu haben.“ (Michaela, 48) (Kremayr&Scheriau Verlag)

Die Autorin
Nadine Kegele, geboren 1980 in Bludenz, lebt in Wien. Bürolehre, zweiter Bildungsweg,
Studium der Germanistik, Theaterwissenschaft und Gender Studies. Erwerbsarbeiten als
Sekretärin, Finanzassistentin, Mediaplanerin, Lektorin. Schreibt für den Standard und die
Obdachlosenzeitung Augustin. Zahlreiche Preise und Stipendien, u.a.: Projektstipendium
des BKA, Theodor-Körner-Preis, Jubiläumsstipendium der Literar Mechana,
Residenzstipendium des Literarischen Colloquiums Berlin, Publikumspreis beim Ingeborg-Bachmann-Preis 2013. Zuletzt erschien ihr Debütroman „Bei Schlechtwetter bleiben Eidechsen zu Hause“.

Der neue Leseklub in der MONAliesA

Ab 2. Februar 2017, 19 Uhr (2-wöchentlich)

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Am Donnerstag, den 02. Februar 2017 um 19 Uhr soll eine erste konstituierende Sitzung stattfinden, in der wir interessierte Lesefüchs*innen einander kennenlernen und den „Fahrplan“ besprechen können. Die darauffolgenden beiden inhaltlichen Sitzungen richten sich an Interessierte, die den Roman Sandberg der polnischen Autorin Joanna Bator gelesen haben. Wir wollen uns damit der Thematik des „Ostens“ und der jüngeren Geschichte des ehemaligen „Ostblocks“ annähern. Dabei verfolgen wir den „weiblichen Blick“ auf Alltag und Politik in Polen.

Für die weiteren Sitzungen sind zur Zeit die Lektüre (die Seitenzahl machen wir untereinander aus) zu Hause und die Besprechung im Leseklub zu folgenden Werken geplant:

– Franziska Linkerhand (1974) von Brigitte Reimann
– Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach den Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura (1974) von Irmtraud Morgner
– Lyrik (verschiedenes) von Gisela Steineckert

Oberstes Ziel des Leseklubs ist, Freude am Lesen zu fördern und uns mit anderen über unsere Leseerfahrungen auszutauschen!

Außer der für einen Leseklub nicht überraschenden Lesebereitschaft und der Neugier und Offenheit gegenüber oben genannten Themen sind daher keine Voraussetzungen nötig. Allerdings möchten wir eine schöne Atmosphäre kreieren, in der keine*r Angst haben muss, etwas zu sagen oder zu fragen. Wir bitten also darum, eine Portion Geduld und Empathie mitzubringen.

Bis dahin freut sich auf euch:
Der Leseklub in der MONAliesA!

Kontakt via Email: der_hessische_landbote at yahoo.de

Weihnachtsferien

Wir fahren in die Ferien! Diese Woche haben wir noch regulär geöffnet (bis inkl. 22.12.), dann schließen wir bis zum 02. Januar 2017.

Viel Spass, viel Schnee, guten Rutsch, bis bald! Eure MONAliesA

stern

 

Dienstag, 06.12., 19:00 Uhr: Chick Lit – young feminist writers: Lektorin werden – Lektorin sein. Betrachtung des Berufes aus feministischer Perspektive

Referentinnen: Heidi Stecker, Susan Wille

Hinter jedem Buch steckt mindestens ein*e Lektor*in. Stil, Form und auch Inhalt wird durch Lektorinnen geprägt, sie sind wichtige Akteurinnen im Entstehungsprozess eines Buches.  Wir haben zwei Lektorinnen eingeladen, um mit ihnen über ihre Arbeit zu sprechen. Zum einen wird es uns um ihre konkrete Arbeit und die Fragen danach gehen, wie man Lektorin wird, wie man Aufträge erhält, welche Bezahlung kann man einfordern kann. Welche Netzwerke sind sinnvoll, welche Freuden und Schwierigkeiten bringt der Beruf mit sich? Zum anderen interessiert uns die politische Dimension: Wählen die Lektorinnen nach feministischen Standpunkten? Wie können diese in die Arbeit einfließen? Wie steht es um das Geschlechterverhältnis in diesem Beruf? Diese und weitere Fragen sollen anhand der Erfahrungen auf dem Podium und im Publikum diskutiert werden.