Mi., 05. April 2017: Hanna Wettig: Kairo, Köln, Leipzig: Übergriffe auf Frauen als Ausdruck islamistischer Ideologie

Mi., 05. April 2017, 19 Uhr: Vergewaltigung und sexuelle Übergriffe sind Ausdruck von Sexismus und Frauenverachtung. Das gibt es leider in fast allen Kulturen. Sie sind aber weder naturgegeben noch kultureigen, sondern Nebenprodukt patriarchaler Ideologien.

In islamisch geprägten Ländern ist seit gut 35 Jahren eine frauenverachtende Ideologie besonders wirkmächtig. Der Islamismus hat seit den 1980er Jahren das gesellschaftliche Leben dort verändert. Auch in Europa agitieren seine Vertreter junge Migranten. Sie predigen, dass eine Frau allein auf der Straße und nackt (also ohne Kopftuch) solche Übergriffe hervorruft oder sogar vergewaltigt werden will.

Dass Männer, die solcher Agitation ausgesetzt sind, sexuell übergriffig werden wie Silvester 2015 oder wie auch im Conne Island in Leipzig, ist wenig erstaunlich. Trotzdem wurde dieser Zusammenhang von bestimmten feministischen Kreisen von vornherein bestritten. Man wollte nicht in eine rassistische Falle tappen. Doch genau diese Haltung affirmiert die Position, Herkunft sei wichtiger als Politik.

In dem Vortrag werden der misogyne Gehalt des Islamismus beleuchtet und feministische Positionen aus arabischen Ländern vorgestellt, die sich dem entgegenstellen. In der Diskussion soll es darum gehen, wie wir eine antirassistische feministische Position entwickeln können, die sich solidarisch zu solchen feministischen Kämpfen verhält.

Leipzig liest 2017 / Buchmesse – unser Programm

Fr., 24.03., 20 Uhr
Lesung und Diskussion zum Thema der PS#2 „Genie wider Kollektiv“

Lesung aus den Essays der zweiten Ausgabe der Literaturzeitschrift PS: Anmerkungen zum Literaturbetrieb/Politisch Schreiben von: Maxi Obexer, Saša Ivanova, Josh Fenzl, gender et alia, jiaspa_joshua möbe, Joke Janssen, Suy Lan Hopmann, Kaśka Bryla, Olivia Golde, Max Czollek, Deniz Utlu (Autor*innen).

Wir diskutieren gemeinsam mit Autor*innen und Publikum über das Thema der zweiten Ausgabe „Genie wider Kollektiv“, über Literatur, Theater, das Politische darin und wie es anders laufen könnte.

Die Veranstaltung richtet sich an alle, die Literatur schreiben, verwerten, damit Geld machen und wie PS, bei all dem immer schon einen Tiger im Hirn hatten.

Weitere Informationen zu PS und alle Texte findet ihr unter http://www.politischschreiben.net/.

Sa., 25.03., 16 Uhr

— DIE LESUNG FÄLLT LEIDER AUS — Wird demnächst nachgeholt. Infos auf unserer Webseite und Facebook.

Mareice Kaiser liest aus: „Alles inklusive – Aus dem Leben mit meiner behinderten Tochter“

»96 Prozent aller Kinder kommen gesund zur Welt. Meine Tochter gehört zu den anderen vier Prozent.« Ein Buch, das mitnimmt – in einen außergewöhnlichen Familienalltag. (S. Fischer Verlage).

Elternwerden hatte sich Mareice Kaiser anders vorgestellt: Ihre erste Tochter kommt durch einen seltenen Chromosomenfehler mehrfach behindert zur Welt. Das Wochenbett verbringen sie im Krankenhaus, statt zur Krabbelgruppe gehen sie zum Kinderarzt.

Mareice Kaiser erzählt von der Unplanbarkeit des Lebens, vom Alltag zwischen Krankenhaus und Kita, von ungewollten Rechtfertigungen, dummen Sprüchen, stereotypen Rollenverteilungen, bürokratischem Irrsinn und schwierigen Gewissensfragen.

Es ist die Geschichte einer jungen Mutter, die mehr sein will als die Pflegekraft für ihre behinderte Tochter. »Ich möchte nicht in einer Gesellschaft leben, in der mein Kind die Kita verlassen muss, weil es zu behindert ist. Ich möchte nicht in einer Gesellschaft leben, in der ich dankbar dafür sein muss, wenn jemand mein Kind betreut, weil ich arbeiten möchte. Ich möchte nicht immer auf Glück angewiesen sein. Wie soll sich was verändern, wenn niemand kämpft?«

Mareice Kaiser, Jahrgang 1981, lebt in Berlin und im Internet. Über ihr inklusives Familienleben als Mutter von zwei Kindern – mit und ohne Behinderung – berichtet sie auf ihrem Blog Kaiserinnenreich, mit dem sie innerhalb kürzester Zeit digitale Newcomer-Preise gewann.
Als Journalistin veröffentlicht sie Artikel zu den Themen Inklusion, Geschlechtergerechtigkeit und Vereinbarkeit von Familie und Beruf u. a. bei der tageszeitung (taz), ZEIT Online und im MISSY Magazine. http://kaiserinnenreich.de/alles-inklusive/

Sonntag, 26.03., 15 Uhr
Nadine Kegele liest aus „Lieben muss man unfrisiert“
Protokolle nach Tonband

40 Jahre nach Erscheinen von Maxie Wanders Bestseller „Guten Morgen, du Schöne“ ist es Zeit für eine Neubefragung. Welches Selbstverständnis haben Frauen* heute, mit welchem Rollenbild werden sie erwachsen und was wollen sie verändern? 19 Frauen*
zwischen Madrid und Berlin, zwischen 16 und 92 Jahren erzählen ungeschönt und mit viel Humor aus ihrem Leben, von ihren Ängsten und Sorgen, von falschen, richtigen und notwendigen Entscheidungen und davon, was es braucht, um glücklich zu sein. Nadine Kegele hat in ihrem Buch höchst heterogene und spannende Lebenswelten vereint. Sie alle machen deutlich, dass sexuelle Übergriffe und Diskriminierung, Krieg und Flucht, Rassismus und soziale Ungleichheit auch heute noch die großen Lebensthemen
sind. „Später, als ich schon länger verheiratet war, habe ich Sexualität erlebt, wie wenn das etwas wäre, das ich tun müsste, um Ruhe zu haben.“ (Michaela, 48) (Kremayr&Scheriau Verlag)

Die Autorin
Nadine Kegele, geboren 1980 in Bludenz, lebt in Wien. Bürolehre, zweiter Bildungsweg,
Studium der Germanistik, Theaterwissenschaft und Gender Studies. Erwerbsarbeiten als
Sekretärin, Finanzassistentin, Mediaplanerin, Lektorin. Schreibt für den Standard und die
Obdachlosenzeitung Augustin. Zahlreiche Preise und Stipendien, u.a.: Projektstipendium
des BKA, Theodor-Körner-Preis, Jubiläumsstipendium der Literar Mechana,
Residenzstipendium des Literarischen Colloquiums Berlin, Publikumspreis beim Ingeborg-Bachmann-Preis 2013. Zuletzt erschien ihr Debütroman „Bei Schlechtwetter bleiben Eidechsen zu Hause“.

Der neue Leseklub in der MONAliesA

Ab 2. Februar 2017, 19 Uhr (2-wöchentlich)

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Am Donnerstag, den 02. Februar 2017 um 19 Uhr soll eine erste konstituierende Sitzung stattfinden, in der wir interessierte Lesefüchs*innen einander kennenlernen und den „Fahrplan“ besprechen können. Die darauffolgenden beiden inhaltlichen Sitzungen richten sich an Interessierte, die den Roman Sandberg der polnischen Autorin Joanna Bator gelesen haben. Wir wollen uns damit der Thematik des „Ostens“ und der jüngeren Geschichte des ehemaligen „Ostblocks“ annähern. Dabei verfolgen wir den „weiblichen Blick“ auf Alltag und Politik in Polen.

Für die weiteren Sitzungen sind zur Zeit die Lektüre (die Seitenzahl machen wir untereinander aus) zu Hause und die Besprechung im Leseklub zu folgenden Werken geplant:

– Franziska Linkerhand (1974) von Brigitte Reimann
– Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach den Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura (1974) von Irmtraud Morgner
– Lyrik (verschiedenes) von Gisela Steineckert

Oberstes Ziel des Leseklubs ist, Freude am Lesen zu fördern und uns mit anderen über unsere Leseerfahrungen auszutauschen!

Außer der für einen Leseklub nicht überraschenden Lesebereitschaft und der Neugier und Offenheit gegenüber oben genannten Themen sind daher keine Voraussetzungen nötig. Allerdings möchten wir eine schöne Atmosphäre kreieren, in der keine*r Angst haben muss, etwas zu sagen oder zu fragen. Wir bitten also darum, eine Portion Geduld und Empathie mitzubringen.

Bis dahin freut sich auf euch:
Der Leseklub in der MONAliesA!

Kontakt via Email: der_hessische_landbote at yahoo.de

Weihnachtsferien

Wir fahren in die Ferien! Diese Woche haben wir noch regulär geöffnet (bis inkl. 22.12.), dann schließen wir bis zum 02. Januar 2017.

Viel Spass, viel Schnee, guten Rutsch, bis bald! Eure MONAliesA

stern