Sommerpause

Wir gehen in die Sommerpause: vom 1. – 31.8. bleibt die Bibliothek geschlossen. Wir wünschen euch einen schönen Sommer!!!

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Erwerbs- und Sorgearbeit im Umbruch und Überlegungen zu Antisemitismus als blinder Fleck der Intersektionalität

Morgen findet die feministische Sommeruni in Leipzig statt. Es gibt viele spannende Veranstaltungen zur Ostdeutschen Frauenbewegung 1989/90. Wir sind auch mit einem Zeitzeuginnengespräch dabei:

Freitag, 28.06.19, 16 Uhr: Erwerbs- und Sorgearbeit im Umbruch. Frauen organisieren sich

Gespräch findet in der Universität Leipzig im Seminarraum 203 statt.

Der politische und ökonomische Umbruch 1989/90 stellte das Leben von Frauen auf den Kopf. Das in der DDR erprobte Babyjahr wurde nach 1990 vom dreijährigen Erziehungsurlaub abgelöst, sichere Arbeitsverhältnisse aufgekündigt und Kinderbetreuung mehr und mehr zur Privatangelegenheit. Die veränderten Lebensumstände brachten viele Herausforderungen für Frauen mit sich. Angelika Fischer, Marion Ziegler und Raymonde Will berichten von dieser spannungsreichen Zeit und der ostdeutschen Frauenbewegung, die noch im Umbruch neue Netzwerke und Räume schuf.

Mit:
Angelika Fischer, Initiatorin des Netzwerkes Frauen und Beruf
Raymonde Will, Mitbegründerin des Mütterzentrums Leipzig
Marion Ziegler, vertrat die Fraueninitiative Leipzig am Runden Tisch der Stadt, von 1990 bis 1994 war sie Stadtverordnete des UFV in der Fraktion Bündnis 90/Grüne/UFV
Moderation:
Pia Marzell, Historikerin, MONAliesA Leipzig

Zum Programm geht es hier.

Abends könnt ihr dann in die MONAliesA zu unserer Veranstaltung im Rahmen der Jüdischen Woche Leipzig kommen:

Freitag, 28.06.19, 19 Uhr: Die Achillesferse der Intersektionalität – Überlegungen zu Antisemitismus als blinder Fleck der Intersektionalität

Referentin: Merle Stöver

Wer sich einst hoffnungsvoll unter dem Schlagwort der Intersektionalität versammelte, musste mit jener Hoffnung vor der Unmöglichkeit, Antisemitismus adäquat zu erfassen und einzubeziehen, kapitulieren. Im Vortrag wird nicht nur jene Unmöglichkeit thematisiert, sondern auch zugleich der Blick auf aktuelle Entwicklungen geworfen, die den antisemitischen Geist der Intersektionalitätsdebatten der vergangenen Jahre offenbaren. Doch die Kapitulation vor dem Antisemitismus, der als Ressentiment, politische Bewegung und Ideologie zugleich für sich beansprucht, die Welt erklären zu können, soll nicht das Ende sein: Im Anschluss soll im Vortrag diskutiert werden, inwiefern Bedingungen geschaffen werden können, um Antisemitismus zu erfassen und im Zusammenspiel mit Rassismus, Sexismus oder Klassismus zu analysieren.“

Merle Stöver ist Masterstudentin am Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin. Sie forscht, schreibt und spricht zu Antisemitismus und Geschlecht.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Jüdischen Woche Leipzig.

20.06., 19 Uhr: “Traumgeburt oder Geburtstrauma? – Zum neuen Unbehagen an der Geburt”

Vortrag und Diskussion mit Dr. Sabine Flick

Seit wenigen Jahren engagieren sich Aktivist*innen der so genannten „Roses Revolution“gegen geburtshilfliche Gewalt in Europa. Sie beziehen sich dabei auf Erfahrungen respektlosenUmgangs und ungerechtfertigter Behandlung bis hin zu körperlicher Misshandlung, die Frauen unter der Geburt erleben. Während die WHO dazu bereits ein Statement veröffentlicht hat, die Diskussionen um ‚Black BirthingJustice‘ in den USA aufrassistische Strukturen auch in der Geburtshilfehinweisenund in einigen lateinamerikanischen Ländern geburtshilflichen Gewalt sogar bereits als Rechtsgegenstand verhandelt wird, hat die Debatte in Europa gerade erst begonnen. Interessanterweise konzentriert sich die europäische, insbesondere deutschsprachige Diskussion stark auf die psychischen Aspekte der Erfahrungen mit geburtshilflicher Gewalt. Mütter, Doulas und Hebammen beschreiben traumatische Erlebnisse während der Geburt und leiten Folgeprobleme beim Stillen, Depressionen und Bindungsprobleme mit dem Säugling aus diesen Traumata ab. Experten aus Psychotherapie und Psychiatrie stehen Pate für diese Erklärungen. In der Folge bietet der Bereich der Eltern-Kind-Psychotherapie immer mehr Dienstleistungen zur Prävention und Bewältigung von Geburtstraumata an.
Was ist passiert? Erleben wir tatsächlich ein #metoo im Kreißsaal? Ist dies alles also ein Hinweis darauf, dass sich die Situation der Frauen unter der Geburt in Europa verschlechtert hat oder sind womöglich noch andere Diskurse am Werk, die uns ein insgesamt stark verändertes Bild von dem geben, was heute unter einer „normalen“ Geburt verstanden wird?Und welche Rolle spielt die Ökonomisierung der Kliniken?Der Vortrag gibt Antworten auf diese Fragen und greift dabei auf laufende Forschungen zurück.

Dr. Sabine Flick vertritt derzeit die Professur für Soziologie mit dem Schwerpunkt Familien- und Jugendsoziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main und forscht am dortigen Institut für Sozialforschung. Ihre Schwerpunkte sind Medizin- und Wissenssoziologie, qualitative Forschungsmethoden sowie die Soziologie der Geschlechterverhältnisse. Neben ihrer Tätigkeit in der Wissenschaft ist sie als Supervisorin in Feldern psychosozialer Arbeit unterwegs.

Einlass: 18.30 Uhr
Veranstaltungsbeginn: 19 Uhr
Reservierung von Sitzplätzen nicht möglich!
Eintritt: Spendenempfehlung 2-10 Euro

Der Vortrag ist Teil der neuen Veranstaltungsreihe “Geschlecht. Gesellschaft. Psyche” der monaliesa. In dieser Veranstaltungsreihe wollen wir uns mit der Frage beschäftigen, inwiefern die Kategorie Geschlecht vermittelt über gesellschaftliche Prozesse mit psychischer Gesundheit zusammenhängt bzw. auch andersherum, wie psychische Gesundheit durch gesellschaftliche Veränderungen insbesondere bezüglich Geschlechternormen befördert werden könnte.

Bildungsfahrt in die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

Zusammen mit der Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig besuchen wir vom 17. bis 19.5.2019 mit einer Gruppe von 25 Personen die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück sowie das Gelände des ehemaligen KZ Uckermark.
 
Spontan sind noch 3 Plätze frei geworden!
Wenn ihr mitkommen möchtet, schreibt an bibliothek@monaliesa.de

 

Wir wollen uns während unseres Aufenthalts vor allen Dingen mit Erinnerung, Erinnerungsdiskursen und Gedenken auseinandersetzen. Wie wird den Frauen, Mädchen und Lesben, welche dort inhaftiert, zur Zwangsarbeit gezwungen und ermordet wurden, gedacht? Wie an sie erinnert?
An beiden Orten werden wir an Führungen teilnehmen (Angelika Meyer/Ravensbrück, Initiative Gedenkort KZ Uckermark). Es wird außerdem auch viel Zeit eingeräumt, selbstständig Eindrücke zu gewinnen. Am Ende jedes Tages wollen wir zusammenkommen und uns austauschen. Wir übernachten in der Jugendherberge Ravensbrück, sie befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers. Diese Situation wird in unseren Gesprächen eine Rolle spielen. Alle Menschen sind unabhängig von ihren Kenntnissen oder ihres Vorwissens eingeladen, mitzukommen. Für die gemeinsame Anreise mit dem Zug, Übernachtung und Verpflegung ist ein Betrag von 25€ zu zahlen. Sollte dies eine Hürde für euch sein, sprecht uns bitte an, sodass wir einen Weg finden können, wie ihr trotzdem an der Fahrt teilnehmen könnt.

Crowdfunding für outside#7

Unterstützt das Crowdfunding der „outside the box“!

Crowdfunding outside #7

Die Zeitschrift für feministische Gesellschaftskritik outside the box gibt ihr neues Heft zum Thema ERFAHRUNG heraus und braucht dafür eure Hilfe. Die Ausgabe # 7 muss noch gedruckt werden. Über dieses crowdfunding könnt ihr (in begrenzter Anzahl) Exemplare vorbestellen und helft der Redaktion damit, die Druckkosten zu bezahlen. Am 6. Juli 2019 soll die Release stattfinden. Infos über die letzten 6 Ausgaben der Zeitung und andere Aktivitäten: outside-mag.de

Di., 07.05., 19 Uhr: Geburtshilfe als Beruf

Gespräch mit den Hebammen Annett Heitmann-Mbise und Guisette Quander über Klinik- und Geburtshausalltag, Risiken der Selbstständigkeit und das Handwerk der Geburtshilfe

Der Hebammenberuf als einer der ältesten Frauenberufe ist anhand des gesellschaftlichen Umgangs mit Gebären stetig im Wandel. Über 97 Prozent aller Geburten in Deutschland finden in einer Klinik statt, nur wenige im Geburtshaus oder zu Hause. Die meisten Hebammen arbeiten folglich als Angestellte im Krankenhaus oder in der Vor- und Nachsorge, während die selbstständige Arbeit in der Geburtshilfe mit hohen Versicherungssummen belegt ist und immer weniger Krankenhäuser selbstständige Beleghebammen akzeptieren. Das Recht auf freie Hebammenwahl steht somit in Frage.
In den Kreißsälen hat sich seit der Hospitalisierung der Geburt viel getan, in Ostdeutschland vor allem seit 1990: die „aktive“ Geburtshilfe mit vielen Interventionen ist – zumindest vom Anspruch her – einer „sanfteren“ Geburtshilfe gewichen. Es bleiben ökonomische Zwänge und Hierarchien, die eine 1:1-Betreuung von Gebärenden kaum zulassen.
In den kommenden Jahren wird die Hebammenausbildung akademisiert: ein Versuch, den Hebammenberuf mit mehr gesellschaftlicher Anerkennung und besserer Bezahlung neu aufzustellen?

Annett Heitmann-Mbise ist seit 2008 Hebamme und Gründerin des Geburtshauses „Aus dem Bauch heraus“ in Leipzig
Guisette Quander ist seit 1988 Hebamme und arbeitet im Sana-Klinikum Borna
Moderation: Marie Müller-Zetzsche

Die Veranstaltung ist Teil unserer Reihe „Gebären und Geburtshilfe“