Bildungsfahrt in die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

Zusammen mit der Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig besuchen wir vom 17. bis 19.5.2019 mit einer Gruppe von 25 Personen die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück sowie das Gelände des ehemaligen KZ Uckermark.
 
Spontan sind noch 3 Plätze frei geworden!
Wenn ihr mitkommen möchtet, schreibt an bibliothek@monaliesa.de

 

Wir wollen uns während unseres Aufenthalts vor allen Dingen mit Erinnerung, Erinnerungsdiskursen und Gedenken auseinandersetzen. Wie wird den Frauen, Mädchen und Lesben, welche dort inhaftiert, zur Zwangsarbeit gezwungen und ermordet wurden, gedacht? Wie an sie erinnert?
An beiden Orten werden wir an Führungen teilnehmen (Angelika Meyer/Ravensbrück, Initiative Gedenkort KZ Uckermark). Es wird außerdem auch viel Zeit eingeräumt, selbstständig Eindrücke zu gewinnen. Am Ende jedes Tages wollen wir zusammenkommen und uns austauschen. Wir übernachten in der Jugendherberge Ravensbrück, sie befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers. Diese Situation wird in unseren Gesprächen eine Rolle spielen. Alle Menschen sind unabhängig von ihren Kenntnissen oder ihres Vorwissens eingeladen, mitzukommen. Für die gemeinsame Anreise mit dem Zug, Übernachtung und Verpflegung ist ein Betrag von 25€ zu zahlen. Sollte dies eine Hürde für euch sein, sprecht uns bitte an, sodass wir einen Weg finden können, wie ihr trotzdem an der Fahrt teilnehmen könnt.
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Crowdfunding für outside#7

Unterstützt das Crowdfunding der „outside the box“!

Crowdfunding outside #7

Die Zeitschrift für feministische Gesellschaftskritik outside the box gibt ihr neues Heft zum Thema ERFAHRUNG heraus und braucht dafür eure Hilfe. Die Ausgabe # 7 muss noch gedruckt werden. Über dieses crowdfunding könnt ihr (in begrenzter Anzahl) Exemplare vorbestellen und helft der Redaktion damit, die Druckkosten zu bezahlen. Am 6. Juli 2019 soll die Release stattfinden. Infos über die letzten 6 Ausgaben der Zeitung und andere Aktivitäten: outside-mag.de

Di., 07.05., 19 Uhr: Geburtshilfe als Beruf

Gespräch mit den Hebammen Annett Heitmann-Mbise und Guisette Quander über Klinik- und Geburtshausalltag, Risiken der Selbstständigkeit und das Handwerk der Geburtshilfe

Der Hebammenberuf als einer der ältesten Frauenberufe ist anhand des gesellschaftlichen Umgangs mit Gebären stetig im Wandel. Über 97 Prozent aller Geburten in Deutschland finden in einer Klinik statt, nur wenige im Geburtshaus oder zu Hause. Die meisten Hebammen arbeiten folglich als Angestellte im Krankenhaus oder in der Vor- und Nachsorge, während die selbstständige Arbeit in der Geburtshilfe mit hohen Versicherungssummen belegt ist und immer weniger Krankenhäuser selbstständige Beleghebammen akzeptieren. Das Recht auf freie Hebammenwahl steht somit in Frage.
In den Kreißsälen hat sich seit der Hospitalisierung der Geburt viel getan, in Ostdeutschland vor allem seit 1990: die „aktive“ Geburtshilfe mit vielen Interventionen ist – zumindest vom Anspruch her – einer „sanfteren“ Geburtshilfe gewichen. Es bleiben ökonomische Zwänge und Hierarchien, die eine 1:1-Betreuung von Gebärenden kaum zulassen.
In den kommenden Jahren wird die Hebammenausbildung akademisiert: ein Versuch, den Hebammenberuf mit mehr gesellschaftlicher Anerkennung und besserer Bezahlung neu aufzustellen?

Annett Heitmann-Mbise ist seit 2008 Hebamme und Gründerin des Geburtshauses „Aus dem Bauch heraus“ in Leipzig
Guisette Quander ist seit 1988 Hebamme und arbeitet im Sana-Klinikum Borna
Moderation: Marie Müller-Zetzsche

Die Veranstaltung ist Teil unserer Reihe „Gebären und Geburtshilfe“

Do., 25.04., 19 Uhr: Vortrag Gedenkstätte für Zwangsarbeit: Die Aufseherinnen des KZ-Außenlagers “HASAG Leipzig“

Die Rolle von Frauen im NS war lange Zeit umstritten. Erst gegen Ende der 1980er Jahre richtete sich der Blick der Forschung von der einseitigen Opferperspektive hin zu einem Verständnis von Frauen als (Mit)Täterinnen und eigenständig handelnden Akteurinnen innerhalb des nationalsozialistischen Verfolgungsapparates. In Leipzig existierte seit 1944 das KZ-Frauenaußenlager „HASAG Leipzig“. Die ca. 5000 weiblichen Häftlinge wurden rund um die Uhr von über 80 KZ-Aufseherinnen bewacht.
Nach 1945 gab es keine weitergehende wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesen Täterinnen.

Die Referentinnen widmen sich seit 2017 in einem Forschungsprojekt der Aufarbeitung der Biografien dieser Aufseherinnen. Der Vortrag zielt darauf ab, am Beispiel des KZ-Außenlagers „HASAG Leipzig“ eine Einführung in das Thema KZ-Aufseherinnen zu geben. Dabei sollen anhand von Forschungsergebnissen die Wege der Frauen von ihrer Rekrutierung bis zu ihrem Dienst im Außenlager sowie mögliche Handlungsräume und der
juristische Umgang mit ihren Verbrechen nach 1945 beleuchtet werden.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Gedenkstättenfahrt Ravensbrück, in Kooperation mit der Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig.

11.04., 19 Uhr: Wirklich frei sind wir erst, wenn wir auch dick sein können!

Im Vortrag sollen die Bewegungen Fat Acceptance und Body Positivity in ihrem Potential für eine Analyse struktureller Unterdrückungsmechansimen (und einer Emanzipation von diesen) kritisch hinterfragt werden und dabei immer wieder mit der Kategorie Geschlecht in Beziehung gesetzt werden.

Dick gilt als Tabu, als unter keinen Umständen erstrebenswert, darüber hinaus sind ganze Industrien darauf abgezielt zu verhindern, dass Menschen dick werden. Entstanden in den 1970er Jahren als Untergrundbewegung in San Francisco, gewinnt die Fat Acceptance Bewegung, die diese Einstellungen hinterfragt, nun langsam auch in Deutschland immer mehr an Aufmerksamkeit in feministischen und tendenziell auch in mehrheitsgesellschaftlichen Diskursen.

Dicke Menschen erfahren bis heute Diskriminierung und Benachteilungen in allen Lebensbereichen, die sogenannte Fettfeindlichkeit (engl. Fatshaming/Fatphobia/-misia). Die Fat Acceptance Bewegung versucht der Entstehung von Stigmatisierung gegenüber dicken Menschen entgegenzuwirken und somit Diskriminierung abzubauen. Eine feministische Hauptüberzeugung der Bewegung ist dabei, dass Menschen – unabhängig wie dick – Akzeptanz, Wertschätzung und vollständige gesellschaftliche Teilhabe verdienen. Obwohl Menschen aller Gesellschaftsschichten dick sein können, sind besonders Menschen, die Mehrfachdiskriminierungen erfahren, betroffen. Denn der Diskurs über das Dicksein wird gesellschaftlich über mehrere Achsen verhandelt: Gesundheit, Schönheit und Verantwortung. Daraus resultierend sind Frauen und Queers durch die enge Verknüpfung dieser Achsen erhöhter Fettfeindlichkeit ausgesetzt. Beispielsweise müssen Mütter nicht nur selbst dünn, in fettfeindlicher Rhetorik synonym mit gesund und schön, sein, sondern müssen auch konstant dafür sorgen ihre Kinder keinesfalls dick sind oder werden, damit diese möglichst nie zu erwachsenen Dicken werden. Zudem hat sich seit den 1990er Jahren aus der Fat Acceptance Bewegung heraus die Body Positivity Bewegung in den sozialen Medien herausbildet. Obwohl eine Öffnung der Thematiken wünschenswert sein könnte, ist heute der Diskurs zwischen Fat Acceptance und Body Positivity geprägt von Ausschlüssen und Zugehörigkeit, kapitalistischer Verwertbarkeit und Ausnutzung der Slogans.

Judith Schreier studiert im Master Amerikanistik an der Universität
Leipzig. Sie forscht über die Darstellung von dicken Körpern sowie
Gender und Sexualität in (amerikanischer) Literatur und Kultur und ist zudem Fat-Aktivistin.

Mitmachen?

Momentan suchen wir nach Mitstreiterinnen, die Lust haben, in der Veranstaltungsplanung aktiv zu werden. Falls ihr euch also vorstellen könnt, Lesungen, Vorträge etc. in der MONAliesA durchzuführen, meldet euch bei uns, dann können wir uns zu einem Gespräch treffen. Liebe Grüße & bis bald! Eure MONAliesA

 

Freitag, 22.03.19, 19 Uhr: Das Politische ist Persönlich! Kristina Hänel liest ACHTUNG RAUMÄNDERUNG

Die Veranstaltung findet im GWZ der Uni Leipzig, Beethovenstr. 15, Hörsaal im Erdgeschoss statt!

Tagebuch der „Abtreibungsärztin“, die sich nicht mundtot machen lässt

Von einer, die auszog, einen Unrechtsparagrafen zu kippen: die Gießener Ärztin Kristina Hänel und ihr Kampf für das Recht auf Information zum Schwangerschaftsabbruch.

Als Kristina Hänel am 3. August 2017 nach Hause kommt, erwartet sie ein Brief vom Amtsgericht. »Strafverfahren gegen Sie wegen Werbens für den Abbruch einer Schwangerschaft …« Laut §219a StGB gilt die Sachinformation auf ihrer Homepage als Werbung und ist verboten, ein Umstand, den Abtreibungsgegner nutzen, um Mediziner*innen bundesweit anzuzeigen. Bis dato unbemerkt von einer breiteren Öffentlichkeit. Dies ändert sich mit der »Causa Hänel«, als die Ärztin ihren Fall mit einer Petition öffentlich macht und mit Haut und Haar für die Aufklärung über §219a und seine Abschaffung eintritt.

Als Galionsfigur der Kampagne für das Recht auf Information zum Schwangerschaftsabbruch wird Kristina Hänel große mediale Aufmerksamkeit zuteil, doch die Reduzierung auf den Begriff »Abtreibungsärztin« akzeptiert sie nicht. In ihrem persönlichen Tagebuch hält sie mit ungefilterter Offenheit fest, welche inneren und äußeren Kämpfe sie vor, während und nach dem Prozess begleiten und wie sie zu der öffentlichen Person wurde, die sie heute ist. Dabei ordnet sie ihr Engagement gegen den §219a ebenso in die Geschichte des Kampfes für Frauengesundheit ein wie in den Kontext ihres Wirkens als Ärztin und Mensch. Erkennbar wird eine beherzte Frau, die stets versucht, anderen zu helfen und das Richtige zu tun.

Dies ist eine Veranstaltung im Rahmen von „Leipzig liest“