Dorothea und Margarete

MONAliesA gedenkt heute zwei Frauen, die in zwei unterschiedlichen Bereichen Pionierinnen waren:

Dorothea Chrsitiane Erxleben lebte von 1715 bis 1762 und war die erste deutsche promovierte Ärztin. Bereits als Mädchen zeigte sie ein außergewöhnliches Interesse an naturwissenschaftlichen Studien. Ihre außergewöhnlichen geistigen Fähigkeiten wurden von ihrem Vater gewürdigt und sie genoss die gleiche medizinische Ausbildung wie ihr Bruder. Der Zugang zur Universität wurde ihr verwehrt. Erst die väterliche Intervention bei Friedrich dem Großen ermöglichte Dorothea Christiane Erxleben die Promotion.

Zeitlebens kämpfte sie gegen die Vorurteile und Anfeindungen gegenüber gebildeten Frauen an. In ihrer berühmten Schrift Gründliche Untersuchung der Ursachen, die das weibliche Geschlecht vom Studiren abhalten heißt es:

„Die Verachtung der Gelehrsamkeit zeigt sich besonders darin, dass das weibliche Geschlecht vom Studieren abgehalten wird. Wenn etwas dem größten Teil der Menschheit vorenthalten wird, weil es nicht allen Menschen nötig und nützlich ist, sondern vielen zum Nachteil gereichen könnte, verdient es keine Wertschätzung, da es nicht von allgemeinem Nutzen sein kann. So führt der Ausschluss vieler von der Gelehrsamkeit zu ihrer Verachtung. Dieses Unrecht ist ebenso groß wie dasjenige, das den Frauen widerfährt, die dieses herrlichen und kostbaren Gegenstandes beraubt werden.“

 Margarete Mitscherlich ist gestern im Alter von 94 Jahren gestorben. Sie gehörte nicht nur zu den bekanntesten Psychoanalytikerinnen Deutschlands, die das Erbe Sigmund Freuds zurück nach Deutschland brachte. Sie war auch eine bekennende Feministin, die sich kritisch mit der Frauenbewegung und den Geschlechterrollen auseinandersetzte. Ihre Werke wie Die Unfähigkeit zu Trauern oder Die friedfertige Frau gelten als Schlüsseltexte und beeinflussten Generationen.

Trotz ihres hohen Alters war sie hellwach, leidlich gesund und noch immer berufstätig: Bis zuletzt hielt sie gelegentlich psychoanalytische Sitzungen ab, las mehrere Tageszeitungen und schrieb täglich E-Mails.

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