Elsa Morante (1912-1985)

Am 18. August jährt sich der Geburtstag von Elsa Morante zum hundersten Mal. Die aus einfachen Verhältnissenen stammende Römerin zählt zu den bedeutendsten Protagonistinnen der italienischen wie europäischen Nachkriegsliteratur. In einem Nachruf schrieb der SPIEGEL 1985 über Morante: „In ihrer großen Zeit war Elsa Morante eine wirkungsvoll schillernde Erscheinung in der römischen Literaturszene, großzügig und exaltiert hofhaltend, von zahlreichen Katzen umgeben, eine Mutter-Göttin der homosexuellen Boheme, eine Hohepriesterin der eigenen Kunst, die von den Freunden bedingungslose Anbetung forderte. Doch sie war auch eine besessene Kunst-Arbeiterin, die jeweils viele Jahre lang an ihren eigensinnig phantasiereichen Romanen schrieb, die ihren Ruhm ausmachen. Zu der realistisch-sozialkritischen Hauptströmung der italienischen Nachkriegsliteratur hielt Elsa Morante stets einen Abstand, der ihre Besonderheit betonte: Ihr Element war das Weiblich-Kreatürliche, auf ihrer poetischen Welt lag der Schimmer des Märchenhaften.“ Ihr berühmtestes Buch „La Storia“ erschien im Jahre 1974 (dt. bei Piper, S.Fischer u.a. 1976ff.) und sorgte in seiner ideologiekritischen Grundposition seinerzeit für große Erregung in der italienischen Linken; auch Morantes jahrelange, enge Freundschaft mit Pier Paolo Pasolini ging darüber zu Bruch.

Deutschlandradio Kultur sendet am 12. August um 0:05 Uhr ein Feature über diese außergewöhnliche Schriftstellerin, deren Leben ein so tragisches Ende fand.

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