Stadt der verschwundenen Frauen

Heute ist der internationale Tag der Verschwundenen. Für uns ein Anlass auf die Stadt der verschwundenen Frauen zu schauen: Ciudad Juárez.

Die mexikanische Ciudad Juárez liegt an der Grenze zu den USA und erlangte durch den seit Jahren tobenden und brutalen Drogenkrieg internationale traurige Berühmtheit. Doch nicht nur der blutige Bandenkrieg sucht diese Stadt heim. In den letzten zehn bis 15 Jahren sind mehr als 400 Frauen verschwunden, etwa 370 Frauen wurden vergewaltigt und ermordet. Frauen- und Menschenrechtsorganisationen sprechen mitterlerweile von Femicides,die massenhafte und gezielte Tötung von Frauen aufgrund des Geschlechts.

Die mexikanische Regierung hat bislang kaum Maßnahmen ergriffen, um die zahlreichen Morde aufzuklären und die Täter zu verurteilen. Im Gegenteil: Lokalpolitiker, Ermittlungsbehörden und ein Teil der Medien geben den Opfern immer selbst Schuld an ihrem Schicksal, beschreiben sie als Prostituierte oder als Drogenkuriere.

Die Mütter, Familien und Freunde der Opfer haben sich in der NHRC (Nuestras Hijas de Regreso a Casa – Unsere Töchter sollen nach Hause zurückkehren) organisiert. Das Ziel der Organisation ist, die Öffentlichkeit auf die Situation in Juárez aufmerksam zu machen, Druck auf die Regierung auszuüben und das öffentliche Schweigen zu brechen, das die Straflosigkeit der Täter erst ermöglicht.

Die US-Musikerin Tori Amos hat die Frauenmorde in ihrem Song Juárez verarbeitet:

 

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