Lesben aus der Mottenkiste

An dieser Stelle wollen wir uns einer Kritik an dem letzten Tatort anschließen, die daher hier in voller Länge wiedergegeben wird:

Kopfschuss für den Tatort

Am Sonntagabend ferngesehen: Geldgeiles Lesbenpaar zockt Tierfreunde ab und kaserniert hochverschuldete Heteros in einer Drückerkolonne – der ARD-Tatort griff tief, ganz tief in die Mottenkiste und holte Vorurteile hoch, die wir längst schon ausgemustert hatten:

  1. Mädchen, die im Erziehungsheim waren, werden lesbisch
  2. Lesben mit schwieriger Jugend werden kriminell
  3. Kriminelle Lesben sind brutal, eiskalt, manipulativ und zu allem fähig
  4. Bei einem Lesbenpaar ist eine dominant, die andere labil und eigentlich hetero
  5. Hat eine Lesbe Sex mit einem Mann, bringt ihre Freundin den Liebhaber um
  6. Fazit: Die pathologische Killerlesbe verdient den Tod als Befreiungsschlag ihrer hörigen Geliebten

Das erinnert an die Serie „Die Verbrechen der lesbischen Frauen“. Die Bildzeitung hatte so Mitte der 70er Jahre die aufkommende Frauenbewegung denunziert und erstarkendes lesbisches Selbstbewusstsein in die Grenzen verwiesen.
Mit dem Tatort knüpft die ARD nahtlos daran an und verbreitet am Sonntagabend verqueres Weltwissen über lesbische Liebesbeziehungen. 8,73 Millionen Zuschauer wollten das sehen und verschafften der ARD einen Quotenhit von 23,7 Prozent. Katastrophal.

Übrigens: Die – immer noch – verzerrte Darstellung von Lesben in der Presse hat JB-Frau Elke Amberg in ihrem Buch „Schön!Stark!Frei!“ aufgezeigt, erschienen im Ulrike Helmer Verlag.

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