Nicht aufhören anzufangen

Nicht aufhören anzufangen. So lautet der Titel der wunderbaren Biografie über Monica Hauser und die von ihr gegründete Organisation medica mondiale, die in diesen Tagen ihr zwanzigjähriges Bestehen feiert.

Alles begann vor zwanzig Jahren mit dem Balkan-Krieg. Die Medien sind voll von Geschichten über Gräultaten an der Zivilbevölkerung. Insebsondere die Massenvergewaltigungen von Frauen schockiert die Weltöffentlichkeit. Am 26. November 1992 erscheint im »Stern« ein Artikel über die Massenvergewaltigungen im Bosnienkrieg. Monika Hauser ist entsetzt und wütend über den neuerlichen Missbrauch der Opfer durch Fotografien und drastische Sprache. Sie nimmt Kontakt zu Gabi Mischkowski, die einen wütenden Artikel in der Tageszeitung „taz“ über die reißerische Berichterstattung geschrieben hat. Gemeinsam erkennen sie, dass für die Frauen im Kriegsgebiet getan werden muss – und zwar unabhängig ihrer ethnischen und religiösen Zugehörigkeit.

Monika Hauser reist nach Zagreb und nimmt dort Kontakt mit der Zagreber Frauenlobby auf und spricht mit zahlreichen Flüchtlingsfrauen. Am Ende stand ihr Entschluss fest: ein autonomes Zentrum, das gynäkologische und psychologische Hilfen zusammenführt und einen geschützten Raum  für die Frauen und ihre Kinder schafft. Hauser Wahl fiel auf die Stadt Zenica. Dort befanden sich Ende 1992 etwa 120.000 Flüchtlinge, von denen etwa 70% Frauen waren. In Zenica sucht sie Kontakt und Unterstützung duch lokale Frauen. Es entsteht ein Team von Ärztinnen, Krankenschwestern, Psychologinnen, Psychiaterinnen, einer Sekretärin und einer Hausleiterin. Sie mieten ein leerstehenden Kindergarten, dort entstehen im Erdgeschoss Ambulanz und Operationssaal und oben Wohnräume für zwanzig Frauen. Am 4. April 1993 wird Medica Zenica offiziell eröffnet.

Mittlerweile existieren ähnliche Pojekte u. a. in Afghanistan, Albanien,Liberia und DR Kongo. In ihrem 20jährigen Bestehen hat medical mondiale nicht nur tausenden von Frauen und Mädchen geholfen. Sie hat auch der Trauma-Arbeit, die zu Beginn der 1990er Jahre noch ganz am Anfang stand, zum entscheidenden Durchbruch verholfen.

Anlässlich des 20. Jubiäums von medica mondiale haben wir Monica Hauser nach Leipzig eingeladen. Sie wird am 25. November über die aktuelle Situation und Zukunftspläne ihrer Organisation sprechen. Parallel wird vom 15.11. bis zum 2.12.2013 in der unteren Wandelhalle im Neuen Rathaus die Ausstellung „Starke Stimmen – Frauen in Afghanistan“ zu sehen sein.

Liebe Monika Hauser, liebe medica-mondiale-Mitstreiter_innen, bitte nicht aufhören weiterzumachen!

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