Gedanken zum Männertag

Hats off – dresses on!

An diesem Donnerstag ist es mal wieder soweit: Männer jeglicher Altersgruppen werden sich auf ihre mit Flieder beschmückten Fahrräder schwingen und grölend durch die Gegend torkeln. Ja, es ist mal wieder Männertag und für einige bestimmt auch eine Himmelfahrt.

Während der Internationale Frauentag ein alljährlicher Anlass dafür ist auf zahlreichen Veranstaltungen über Sexismus, Quote, Kita-Plätze oder Gehaltsdiskriminierung bei Frauen zu sprechen, zeichnet sich der Männertag durch kollektive Saufgelage, Bordellbesuche und andere fragwürdige Männlichkeitsrituale aus. Aber warum ist das so? Wäre es denn nicht wünschenswert diesen Tag, der übrigens auch Vatertag genannt wird, als Anlass zu nehmen, um über Männlichkeit, Machtstrukturen, neue Väter oder Emanzipation kritisch zu diskutieren? Angesichts einer wachsenden antifeministischen Bewegung wäre das mehr als notwendig. Aber vielleicht liegt dieser bedauernswerte Umstand daran, dass es in Deutschland keine emanzipative, feministische Männerbewegung gibt. Schade, dabei gibt es inner- und außerhalb Europas sehr gute Beispiel, wie diese aussehen könnte.

Da wären zum Beispiel die men against prostitution oder zéromacho, die sich gegen Prostitution und Frauenhandel aussprechen und dazu zahlreiche Kampagnen durchführen.

Oder eine Solidaritätsaktion kurdischer Männer (siehe Bild). In der facebook-Aktion „Kurd Men for Equality“ solidarisiseren sie sich mit einem kurdischen Mann, der von der iranischen Regierung dazu verurteilt wurde als Strafe traditionelle kurdische Frauenkleidung zu tragen. Gegen dieses sexistische und auch rassistische Urteil haben zahlreiche Männer weltweit reagiert und sich in Frauenkleidern fotografiert.

An Stelle einer Kiste Bier empfehlen wir die Lektüre „Fritzi und ich“ von Jochen König. Darin beschreibt der Autor über sein Vater-Tochter-Verhältnis und darüber wie es sich anfühlt, ein echter „neuer Vater“ sein.

Also Jungs und Männer, ihr könnt ja gerne mit euren Blumenfahrrädern durch die Gegend kurven. Aber anstatt die Bierplautze mit noch mehr Bier zu füllen, wie wäre es mit einer Antisexismus-Radeltour? Es wäre höchste Zeit!

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