Unsere Veranstaltungen im Herbst/Winter

25. Oktober 2015, 16:00 Uhr
Leipziger Lesben im Visier der Staatssicherheit
Referentinnen: Barbara Wallbraun, Claudia Max
Vortrag und Gespräch

Waren homosexuelle Frauen in Leipzig vor 1989 interessant für eine Überwachung durch die Staatssicherheit?
Im Rahmen der Recherche für einen Dokumentarfilm über lesbisches Leben in der DDR beschäftigte sich die Filmemacherin Barbara Wallbraun auch mit Akten der Staatssicherheit in der Aussenstelle der BStU Leipzig. Letztes Jahr stellte sie ihren Zugang zum Thema und erste Ideen für einen Dokumentarfilm vor – hierzu wird es einen Zwischenstand geben. Vorrangig geht es in diesem Jahr um weiterführende Ergebnisse der Akten-Recherche. Barbara wird uns in einem Vortrag nahebringen, wie Leipziger Lesben überwacht wurden und welche Konsequenzen dies nach sich ziehen konnte.
Geplant ist im Anschluss ein Gespräch zwischen Co-Autorin Claudia Max und einer Zeitzeugin über deren Erfahrungen.
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3. November 2015, 19 Uhr
Lesung aus „Rosemarie F. Kein Skandal. Einblicke in den sozialstaatlich-immobilienwirtschaftlichen Komplex“
Referentin: Margit Englert, Moderation: Chris Rotmund

Die Wohnungsfrage bedrängt viele Menschen und beeinträchtigt ihr Leben.
Rosemarie F. hat über ein Jahr lang um ihre Wohnung gekämpft. Sie starb zwei Tage nach ihrer Zwangsräumung, am 11. April 2013. Was Rosemarie widerfahren ist, ist kein Einzelschicksal. Im Buch werden die konkreten Abläufe im Zusammenhang mit den gesellschaftlichen Verhältnissen analysiert und mit aktuellen stadtpolitischen Diskussionen verknüpft. Das Buch ist vor allem ein Diskussionsbeitrag. Was behindert das friedliche Zusammenleben unterschiedlicher Menschen unter einem Dach? Wie können sich Menschen mit emanzipatorischem Ziel mit den Verhältnissen auseinandersetzen?
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12. November 2015, 19 Uhr
Iranische Frauenbewegung und Kopftuchdebatte
Vortrag und Diskussion mit Mina Ahadi

Bei unserer Diskussionsveranstaltung mit der exil-iranischen Aktivistin Mina Ahadi wird es um die iranische Frauenbewegung gehen, außerdem werden verschiedene Argumentationsstränge der hiesigen Debatte um das Kopftuch analysiert und diskutiert.
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10. Dezember 2015, 19:00 Uhr
„Hausdurchsuchungen“, Lesereihe des Deutschen Literaturinstituts Leipzig

Die Lesereihe der Studierenden des Deutschen Literaturinstituts Leipzig findet einmal im Monat an wechselnden Orten in Leipzig statt. Die Studierenden durchsuchen Räume, die schon welche sind, Räume, die erst welche werden und Räume, die nicht vor haben, einen Namen zu bekommen, mit ihren Lesungen. Im Dezember wird die MONAliesA durchsucht!
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12. und 13.12.2015      
Workshop zur Frauenbewegung, Gleichstellung und die List der Geschichte – Feministische Theorie und Praxis zwischen Vereinnahmung und Emanzipation

Würde man den zeitgenössischen Darstellungsformen des Weiblichen glauben, so belaufen sich die aktuellen Errungenschaften einer Frau anscheinend auf den Besitz teurer Handtaschen, eines Vibrators, eines Jobs, eines Appartements und eines Mannes – vermutlich in dieser Reihenfolge. Nina Powers. Nun bleibt die Frage: Wie sind wir an diesen Punkt gekommen? Und: reicht die sich demokratisierende Möglichkeit zur ungehemmten Anhäufung von Besitz zur wirklichen Gleichstellung der Geschlechter? Immerhin verbleibt trotz der Erfolge der zweiten Frauenbewegung in den 1970er Jahren – „>Einstieg in die Lohnarbeit, Institutionalisierung von Gleichstellung, Enttabuisierung von Sexualität und Körper –ein „fader Beigeschmack angesichts der ungebrochenen Erfahrung von ungleicher Bezahlung, Behandlung und Beziehungsaufteilung zwischen den Geschlechtern. Wo also lagen und liegen Fallstricke der historischen Emanzipationsbewegung geborgen und wie verändert diese Erkenntnis heutige Auseinandersetzungen? Diesen Spuren wollen wir zwei Tage lang in gegenwärtig relevanten Schriften aus „Wissenschaft, Journalismus und Popkultur (Nancy Fraser, Nina Powers, Laurie Penny, Andrea Trumann) folgen. Über eine Auseinandersetzung mit Feminismus, Gleichstellung und dem gegenwärtigen Geschlechterverhältnis werden wir gemeinsam versuchen Möglichkeitsräume für eine feministische Theorie und Praxis in der Gegenwart zu erschließen.
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17. Dezember 2015, 19:00 Uhr

Küchenpolitik? Queer/feministische Kapitalismuskritik im Spannungsfeld von Materialismus und Diskurstheorie
Vortrag und Diskussion mit Bini Adamczak

Die Frage, wie bzw ob Geschlecht und Kapitalismus zusammenhängen,beschäftigt den Feminismus von Anbeginn. Marxistische Theoretiker_innen wie queere Aktivist_innen suchen nach der Überwindung kapitalistischer Vergesellschaftung. Kann mit kommunistischer Analyse das Geschlechterverhältnis revolutioniert werden? Helfen queere Taktiken gegen den Kapitalismus? Bini Adamzcak stellt das Buch Aufstand aus der Küche vor und diskutiert mit uns über feministische Kapitalismuskritik und das Verhältnis von Materialismus und Diskurstheorie.
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