Do., 25.04., 19 Uhr: Vortrag Gedenkstätte für Zwangsarbeit: Die Aufseherinnen des KZ-Außenlagers “HASAG Leipzig“

Die Rolle von Frauen im NS war lange Zeit umstritten. Erst gegen Ende der 1980er Jahre richtete sich der Blick der Forschung von der einseitigen Opferperspektive hin zu einem Verständnis von Frauen als (Mit)Täterinnen und eigenständig handelnden Akteurinnen innerhalb des nationalsozialistischen Verfolgungsapparates. In Leipzig existierte seit 1944 das KZ-Frauenaußenlager „HASAG Leipzig“. Die ca. 5000 weiblichen Häftlinge wurden rund um die Uhr von über 80 KZ-Aufseherinnen bewacht.
Nach 1945 gab es keine weitergehende wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesen Täterinnen.

Die Referentinnen widmen sich seit 2017 in einem Forschungsprojekt der Aufarbeitung der Biografien dieser Aufseherinnen. Der Vortrag zielt darauf ab, am Beispiel des KZ-Außenlagers „HASAG Leipzig“ eine Einführung in das Thema KZ-Aufseherinnen zu geben. Dabei sollen anhand von Forschungsergebnissen die Wege der Frauen von ihrer Rekrutierung bis zu ihrem Dienst im Außenlager sowie mögliche Handlungsräume und der
juristische Umgang mit ihren Verbrechen nach 1945 beleuchtet werden.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Gedenkstättenfahrt Ravensbrück, in Kooperation mit der Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig.

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