Alle Beiträge von monaliesa

Mo., 25.09. Surrealismus in Ägypten

Mo., 25.09.17, 18.30 Uhr: Vortrag & Lesung, mit Bri Schröder u. Mona Feise (eurient e.V.)

Im Rahmen der Reihe Adabiyat lädt der eurient e.V. zu Lesungen ein, in denen arabische bzw. aus dem arabischsprachigen Raum stammende AutorInnen und literarische Strömungen vorgestellt werden. Die Texte werden in Originalsprache mit deutscher Übersetzung gelesen.
Vorgestellt wird die Bewegung des Surrealismus in Ägypten, der sich im Diskurs mit dem durch André Bréton in den 1920er Jahren begründeten französischen Surrealismus herausbildete. Dabei widmen wir uns dem Kollektiv Art et Liberté, das in den 30er und 40er Jahren in Kairo aktiv war, und zweier Künstlerinnen, die in den 50er Jahren surrealistische Literatur schrieben. Auch politisch traten die ägyptischen SurrealistInnen in Erscheinung und beteiligten sich an Diskursen und Demonstrationen gegen den europäischen Faschismus und wurden teilweise in Ägypten als linke dissidente Stimmen verfolgt. Für die meisten von ihnen, darunter die ägyptisch-jüdische Poetin Joyce Mansour, war Französisch die Sprache ihres literarischen Ausdrucks.

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Do., 14.09., Huschke Mau: radikale Prostitutionskritik

Do., 14. September, 19 Uhr: „Ich habe die Schnauze voll von euch!“ – Radikale Prostitutionskritik in postmodernen Zeiten. Referentin: Huschke Mau

„Ich habe die Schnauze voll von euch!“ – So beginnt eine öffentliche Anklage von Huschke Mau an die ProstitutionsbefürworterInnen, die das Meinungsbild in den Gender Studies über die Linkspartei bis hin zu Beratungsstellen für Prostituierte mittlerweile zu dominieren scheinen. In deren Augen ist Prostitution eine Care-Arbeit – eine Dienstleistung, wie jede andere – und schlussendlich „eine tolle Alternative zu Armut“.

Die Referentin Huschke Mau hat den Prostitutionsalltag zehn Jahre lang durchlebt und weiß von der Ohnmacht, der patriarchalen Gewalt, der Abhängigkeit und den Traumatisierungen in diesem „Business“ zu berichten. Sie entlarvt Prostitution als zutiefst patriarchales und gewaltvolles Verhältnis und fordert ein Gesetz, das die Freier bestraft und nicht die Prostituierten. Aber zwingt man Prostituierte nicht noch stärker in den Untergrund, sobald man die Freier illegalisiert? Sind die zahlreichen positiven Erlebnisberichte von Sexarbeiterinnen, die in den Medien kursieren, tatsächlich nur Schönfärberei? Gleicht die pauschale Darstellung von Prostituierten als Opfer nicht deren Entmündigung? Zu diesen und Euren, sicherlich zahlreichen Fragen wird Huschke Mau in der Veranstaltung Stellung beziehen.

bis 31.12. Fotoausstellung „Haus des Teilens“

Mi, 09.08., 19 Uhr: Ausstellungseröffnung „Das Haus des Teilens“ – über „Trostfrauen“ (Sexsklavinnen im Japankrieg) im Asien-Pazifik

Die feministische Bibliothek MONAliesA veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem japanologischen Institut der Universität Leipzig eine Foto-Ausstellung zur Problematik der Trostfrauen mit den besonderen und aufschlussreichen Bildern von Tsukasa Yajima.

Der Begriff „Trostfrau“ ist eine der unterschiedlichen Bezeichnungen für die bis zu 200.000 ehemaligen Zwangsprostituierten, die vom japanischen Militär im Asien-Pazifik-Krieg (1937-1945) verschleppt und ausgebeutet wurden. Es handelte sich hauptsächlich um Frauen der japanischen Nachbarländer, in die Japan im Laufe des Kriegs vorgedrungen war.

Seitdem die erste „Trostfrau“, die südkoreanische Kim Hak-Sun, im Jahre 1991 mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit ging, versuchen die anderen ehemaligen Zwangsprostituierten, eine Entschuldigung und Entschädigung von der japanischen Regierung zu erlangen. Ihre Anforderungen, die sie inzwischen in mehr als 1.000 abgehaltenen Protesten in Seoul durchzusetzen versuchten, hatten jedoch bisher wenig Erfolg.

Die Frauen brauchen eine breitere Basis an Unterstützung und ihre Angelegenheit mehr Aufmerksamkeit, damit eine ordentliche Veränderung herbeigeführt werden kann. Zu diesem Zweck ist die Arbeit des japanischen Fotografen Tsukasa Yajima wichtig. Er zeigt uns einen besonderen Einblick in das Leben der Frauen im sogenannten „Haus des Teilens“, den er während seines dortigen Aufenthalts (2003 – 2006) erhielt.

Die Ausstellung ist bis Ende Dezember während der Öffnungszeiten der MONAliesA zugänglich.

Sommerpause im August

Im August macht die Ausleihe der MONAliesA Sommerpause. In dieser Zeit sind wir für euch nur nach vorheriger Absprache da. Wer noch eine spannende Lektüre braucht, kann sie bis Donnerstag der 27. Juli ausleihen. Ab Dienstag den 05. September haben wir dann wieder regulär geöffnet.

20. – 22. Oktober 2017 Gedenkstättenfahrt Ravensbrück

Wichtiger Hinweis: Momentan sind alle Plätze vergeben. Anmeldungen für einen Wartelistenplatz sind unter monaliesa_leipzig@gmx.de  möglich.

 

Vom 20. bis 22. Oktober fahren wir nach Fürstenberg in die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, um den historischen Ort und die Geschichte des ehemals größten Frauen-KZ kennenzulernen. Wir beschäftigen uns in Workshops mit den Formen der Auseinandersetzung und Aufarbeitung der KZ-Geschichte unter geschlechterpolitischen Vorzeichen und wollen dabei besonders auf die Sonderstellung der Verfolgung lesbischer Liebe eingehen.

Die Anmeldung ist ab sofort unter monaliesa_leipzig@gmx.de möglich. Eine gemeinsame An- und Abreise ist mit Zug vorgesehen. Für die beiden Übernachtungen inklusive Vollverpflegung am Samstag und Sonntag sowie die Fahrtkosten erheben wir einen Unkostenbeitrag von 40 Euro.

Im Vorfeld der Fahrt findet am 29. September in der MONAliesA ein öffentlicher Vortrag von Dr. Claudia Schoppmann statt. Sie spricht zum Thema „Zwischen strafrechtlicher Verfolgung und gesellschaftlicher Ächtung: Lesbische Frauen im Dritten Reich“.

Jüdische Woche 2017

Mo., 19.06., 19 Uhr: „Was die Männer eingerissen haben, haben die Frauen aufgebaut.“ Bettina Brenner und die bürgerlich-jüdische Frauenbewegung in Leipzig

Vortrag von Jeanette Rapp.
Das soziale und frauenbewegte Engagement Bettina Brenners und der mit ihr verbündeten Frauen in der Leipziger Jüdischen Gemeinde während der Jahre der Weimarer Republik

Der Vortrag widmet sich dem Wirken Bettina Brenners, der exponiertesten Vertreterin der bürgerlich-jüdischen Frauenbewegung in Leipzig. In der Nachfolge Bertha Pappenheims stand sie von 1924 bis 1933 an der Spitze des Jüdischen Frauenbundes in Deutschland.

Konsequent setzte sie sich im Bündnis mit anderen herausragenden Frauenpersönlichkeiten für die Aufwertung der Rolle der Frau durch soziale Verantwortungsübernahme ein und leistete einen entscheidenden Beitrag zur Stärkung der Rechte von Frauen in der jüdischen Gemeinde und deren Vertretungskörperschaften.
Im Gegensatz zur männlich dominierten Gemeindevertretung deren Zusammenarbeit aufgrund divergierender Interessenlagen hochgradig konflikthaft verlief, stellten sich die unterschiedlich politisch und religiös orientierten Frauengruppen koordiniert den wachsenden Probleme der Benachteiligung und Bedürftigkeit von Frauen, Kindern und Jugendlichen in der Messestadt.