Aktuelle Veranstaltungen

April

Mi., 05. April 2017, 19 Uhr: Hanna Wettig: Kairo, Köln, Leipzig: Übergriffe auf Frauen als Ausdruck islamistischer Ideologie

Do., 13. April und Do., 27. April 2017, 19 Uhr: Leseklub in der MONAliesA

Mai

Sa., 13.05., 11 – 18 Uhr: Feministische Lektüren: Das Politische in der Literatur. Tagesseminar

Ladiyfest Leipzig 2017

Fr., 19.05., 10:00 Uhr: Schreib/Theaterworkshop

Sa., 20.05., 19 Uhr: Mithu M. Sanyal: „Vergewaltigung. Aspekte eines Verbrechens“

Juni

Jüdische Woche 2017

Mo., 19.06., 19 Uhr: „Was die Männer eingerissen haben, haben die Frauen aufgebaut.“ Bettina Brenner und die bürgerlich-jüdische Frauenbewegung in Leipzig

Ausführliche Beschreibung

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April

Mi., 05. April 2017, 19 Uhr: Hanna Wettig: Kairo, Köln, Leipzig: Übergriffe auf Frauen als Ausdruck islamistischer Ideologie

Vergewaltigung und sexuelle Übergriffe sind Ausdruck von Sexismus und Frauenverachtung. Das gibt es leider in fast allen Kulturen. Sie sind aber weder naturgegeben noch kultureigen, sondern Nebenprodukt patriarchaler Ideologien.

In islamisch geprägten Ländern ist seit gut 35 Jahren eine frauenverachtende Ideologie besonders wirkmächtig. Der Islamismus hat seit den 1980er Jahren das gesellschaftliche Leben dort verändert. Auch in Europa agitieren seine Vertreter junge Migranten. Sie predigen, dass eine Frau allein auf der Straße und nackt (also ohne Kopftuch) solche Übergriffe hervorruft oder sogar vergewaltigt werden will.

Dass Männer, die solcher Agitation ausgesetzt sind, sexuell übergriffig werden wie Silvester 2015 oder wie auch im Conne Island in Leipzig, ist wenig erstaunlich. Trotzdem wurde dieser Zusammenhang von bestimmten feministischen Kreisen von vornherein bestritten. Man wollte nicht in eine rassistische Falle tappen. Doch genau diese Haltung affirmiert die Position, Herkunft sei wichtiger als Politik.

In dem Vortrag werden der misogyne Gehalt des Islamismus beleuchtet und feministische Positionen aus arabischen Ländern vorgestellt, die sich dem entgegenstellen. In der Diskussion soll es darum gehen, wie wir eine antirassistische feministische Position entwickeln können, die sich solidarisch zu solchen feministischen Kämpfen verhält.

Do., 13. April und Do., 27. April 2017, 19 Uhr: Leseklub in der MONAliesA

Der neu zu gründende Leseklub in der MONAliesA lädt ein, sich mit der Literatur von Frauen aus der DDR und Osteuropa zu beschäftigen.

Wir wollen uns donnerstags (2-wöchentlich) von 19:00 bis 20:30 Uhr in der Bibliothek MONAliesA im Haus der Demokratie
in einer offenen Runde unseren Fragen zu Feminismus, Geschichte, Politik und Literatur – zunächst – in den Werken der Autorinnen Joanna Bator, Brigitte Reimann, Irmtraud Morgner und Gisela Steineckert widmen. Jede*r sei herzlich ermuntert, in den Leseklub einzutreten und an der Gestaltung der Sitzungen mitzuwirken, etwa die Moderation für Sitzungen mit spezifischen Themenkomplexen zu übernehmen, kleinere Vorträge zu eigenen Fragestellungen einzubringen, sich über die Autorin und ggf. Übersetzerin zu informieren und vieles ähnliches mehr.

Am Donnerstag, den 02. Februar 2017 um 19 Uhr soll eine erste konstituierende Sitzung stattfinden, in der wir interessierte Lesefüchs*innen einander kennenlernen und den „Fahrplan“ besprechen können. Die darauffolgenden beiden inhaltlichen Sitzungen richten sich an Interessierte, die den Roman Sandberg der polnischen Autorin Joanna Bator gelesen haben. Wir wollen uns damit der Thematik des „Ostens“ und der jüngeren Geschichte des ehemaligen „Ostblocks“ annähern. Dabei verfolgen wir den „weiblichen Blick“ auf Alltag und Politik in Polen.

Für die weiteren Sitzungen sind zur Zeit die Lektüre (die Seitenzahl machen wir untereinander aus) zu Hause und die Besprechung im Leseklub zu folgenden Werken geplant:

– Franziska Linkerhand (1974) von Brigitte Reimann
– Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach den Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura (1974) von Irmtraud Morgner
– Lyrik (verschiedenes) von Gisela Steineckert

Oberstes Ziel des Leseklubs ist, Freude am Lesen zu fördern und uns mit anderen über unsere Leseerfahrungen auszutauschen!

Außer der für einen Leseklub nicht überraschenden Lesebereitschaft und der Neugier und Offenheit gegenüber oben genannten Themen sind daher keine Voraussetzungen nötig. Allerdings möchten wir eine schöne Atmosphäre kreieren, in der keine*r Angst haben muss, etwas zu sagen oder zu fragen. Wir bitten also darum, eine Portion Geduld und Empathie mitzubringen.

Bis dahin freut sich auf euch:
Der Leseklub in der MONAliesA!

Kontakt via Email: der_hessische_landbote at yahoo.de

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Mai

Sa., 13.05. 11 – 18 Uhr: Feministische Lektüren: Das Politische in der Literatur.Tagesseminar

– – – Das Seminar ist ausgebucht. Es gibt eine Warteliste. – – –

Ein Roman ist kein Theorietext und das Politische nicht einfach in Literatur übersetzbar. Dennoch kann Literatur feministisch wirken. Auf welche Weise? Wir nähern uns der Frage durch gemeinsame Lektüre und Diskussion um Inhalt, Form und Sprache. Tagesseminar mit Anna Kow (outside the box).

Die TN werden gebeten, den per Mail verschickten Reader im Voraus zu lesen. Verbindliche Anmeldung bitte bis zum 15. April an monaliesa_leipzig@gmx.de . Max. TN-Zahl: 12. Spendenbeitrag 3-5 Euro

Ladiyfest Leipzig 2017

Fr., 19.05., 10-17 Uhr (mit Pause, 20 Uhr: Werkstattpräsentation im Zoro): Kreativ Schreiben/TheaterPerformance Workshop „Imagination Krise Wirklichkeit“

Der Workshop ist eine Kolaboration der Zeitschrift PS:Anmerkungen zum Literaturbetrieb/Politisch Schreiben und der Theatermacherin Ani Lachnitt.
„Imagination Krise Wirklichkeit“ lautet das Thema der kommenden Ausgabe von PS.
Davon inspiriert wollen wir im Rahmen des Ladyfests gemeinsam mit euch Theatertexte erarbeiten, daraus Kurzstücke entwickeln und performen.

Das Theater als Kunstform sowie gesellschaftskritischer Spiegel lebt von Imagination, um Wirklichkeit fassbar zu machen und gleichsam eine neue Realität zu schaffen.
Wenn ich schreibe oder schauspiele, imaginiere ich bestimmte Situationen, Gefühle, Prozesse. Ein künstlerischer Weg von der Vorstellung über die Krise hin zur Realisation.

Während im Theater die Krise Teil eines kreativen Schaffensprozesses ist, wird sie oft als manipulatives Mittel eingesetzt – meistens, um Ängste zu schüren: „Das Boot ist voll“-Rhetorik, die absurde Sorge um ein „europäisches Abendland“ oder der „Brexit“ als Konsequenz solchen Ängsteschürens sind nur einige Beispielen von vielen.
Mit unserem Workshop verführen wir euch dazu, die Krise zu nutzen und mit ihr in eine kreativ-kritische Auseinandersetzung zu gehen.

Den Workshop gliedern wir in zwei Teile: Am Vormittag erarbeiten wir mit Methoden aus dem kreativen Schreiben kurze szenische Texte, welche am Nachmittag als Kurzstücke inszeniert und am Abend als Werkschau präsentiert werden.

Eingeladen sind: Frauen Lesben Trans Intersexpersonen
Teilnehmer*innenzahl: max. 15, Anmeldung an: katherin.bryla@yahoo.com

Es sind keine Vorkenntnisse notwendig.

Angeleitet von:

Ani Lachnitt (Theaterpädagogin, Regisseurin), freischaffende Theaterpädagogin/Regisseurin/Performerin. Theaterstudium an der UDK Berlin/Sozialpädagogikstudium an der HTWK Leipzig. Mitarbeit u.a. am Theater an der Parkaue- Kinder- und Jugendstaatstheater Berlin, Schauspiel Weiden, Das letzte Kleinod, Theaterdialog, Shakespeare Company Berlin, Mikub. e.V., Frauen- und Lesbenzirkus Tentabulles. Zudem tätig als CoProjektleiterin im Theaterspielraum Bethanien sowie als Cogründerin und Produktionsleitung für Melon Rouge Varieté Shows.

Kaśka Bryla (Schriftstellerin, Redakteurin von PS), freischaffende Schriftstellerin, studiert am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Austauschjahr an der Universität der freien Künste in Berlin – Szenisches Schreiben. Mitbegründerin der Literaturzeitschrift PS. Teil des Netzwerks NIDS (Neues Institut für dramatisches Schreiben). Mitbegründerin des Theater/Performancekollektivs: Institute for Implicit Revulsion.

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Sa., 20.05., 19 Uhr: Mithu M. Sanyal: „Vergewaltigung. Aspekte eines Verbrechens“

Am Thema Vergewaltigung entzünden sich immer wieder erbitterte Debatten, manifestiert sich die Haltung der gesamten Gesellschaft gegenüber Geschlecht, Sexualität und Verletzbarkeit. Doch trotz breiter medialer Berichterstattung gibt es bis jetzt keine umfassende, sachliche Auseinandersetzung mit diesen Zusammenhängen. Mithu M. Sanyal schließt diese Lücke.
Sie zeichnet nach, wie wir als Gesellschaft über Vergewaltigung reden und wie sich das wiederum auf die Realität von Vergewaltigung auswirkt. Beim Sprechen über sexuelle und sexualisierte Gewalt halten sich hartnäckig die Vorstellungen von aktiver, aggressiver Männlichkeit und passiver, bedrohter Weiblichkeit. In diesem Zusammenhang betrachtet Sanyal auch die Rolle, die Rassismus spielt, was sexuelle Selbstbestimmung und Konsens wirklich bedeuten, und wie über die Jahrhunderte nicht nur Sexualität, sondern auch Gewalt gegendert wurde.
Von Aristoteles bis #aufschrei und #ausnahmslos, über Foucault, feministischen Kämpfe um die Anerkennung von Vergewaltigung bis hin zu Gina-Lisa Lohfink geht Sanyal der Frage nach, wie Vergewaltigung gesellschaftlich verhindert werden kann. Was heißt »Nein heißt nein«? Was heißt »ja heißt ja«? Und welche Debatte müsste sich jetzt an die Reform des §177 StGB anschließen?

Vortrag und Diskussion mit Mithu Sanyal im Rahmen des Ladiyfests Leipzig 2017.

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Juni
Jüdische Woche 2017

Mo., 19.06., 19 Uhr: „Was die Männer eingerissen haben, haben die Frauen aufgebaut.“ Bettina Brenner und die bürgerlich-jüdische Frauenbewegung in Leipzig

Vortrag von Jeanette Rapp.
Das soziale und frauenbewegte Engagement Bettina Brenners und der mit ihr verbündeten Frauen in der Leipziger Jüdischen Gemeinde während der Jahre der Weimarer Republik

Der Vortrag widmet sich dem Wirken Bettina Brenners, der exponiertesten Vertreterin der bürgerlich-jüdischen Frauenbewegung in Leipzig. In der Nachfolge Bertha Pappenheims stand sie von 1924 bis 1933 an der Spitze des Jüdischen Frauenbundes in Deutschland.

Konsequent setzte sie sich im Bündnis mit anderen herausragenden Frauenpersönlichkeiten für die Aufwertung der Rolle der Frau durch soziale Verantwortungsübernahme ein und leistete einen entscheidenden Beitrag zur Stärkung der Rechte von Frauen in der jüdischen Gemeinde und deren Vertretungskörperschaften.
Im Gegensatz zur männlich dominierten Gemeindevertretung deren Zusammenarbeit aufgrund divergierender Interessenlagen hochgradig konflikthaft verlief, stellten sich die unterschiedlich politisch und religiös orientierten Frauengruppen koordiniert den wachsenden Probleme der Benachteiligung und Bedürftigkeit von Frauen, Kindern und Jugendlichen in der Messestadt.

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