Aktuelle Veranstaltungen

Leseklub (fortlaufend)

jeden zweiten Mittwoch 19 Uhr: Leseklub in der MONAliesA

August-Dezember

bis 31.12.: „Das Haus des Teilens“ – Ausstellung über „Trostfrauen“ (Sexsklavinnen im Japankrieg) im Asien-Pazifik

Oktober

Fr., 20. Oktober, 19.30 Uhr: Mareice Kaiser liest aus: „Alles inklusive – Aus dem Leben mit meiner behinderten Tochter“

Fr., 20.10. – So., 22.10.: Gedenkstättenfahrt zum ehemaligen Frauen-KZ Ravensbrück

So, 22. Oktober, 15 Uhr: Lesbisch Lesen in der MONAliesA

November

Mo., 06. November, 19 Uhr: „Nestbeschmutzerinnen“ – Thesen zu einer feministischen Islamkritik, Vortrag und Diskussion mit Koschka Linkerhand

Dezember

Sa., 02. Dezember, 14-17.30 Uhr: „Ein Blick zurück. Über die feministische Utopie eine Geschichte zu haben“, Workshop des AK.Unbehagen, mit Johanna Krümpelbeck und Pia Marzell

Mi., 13 Dezember, 19 Uhr: Warum Mädchen keine Astronauten werden wollen und Jungs Prinzessinnen albern finden – Wie Geschlechtsidentitäten entstehen

Januar

Mi., 10. Januar, 19 Uhr: Antiqueert?! Über Widersprüche im Queerfeminismus, die sich nicht wegglitzern lassen, Referentinnen: Koschka Linkerhand, Sabrina Zachanassian

Ausführliche Beschreibung

Leseklub (fortlaufend)

jeden zweiten Mittwoch 19 Uhr: Leseklub in der MONAliesA (nächster Termin 25.10)

Der Leseklub in der MONAliesA lädt ein, sich mit der Literatur von Frauen aus der DDR und Osteuropa zu beschäftigen.

Wir wollen uns mittwochs (2-wöchentlich) von 19:00 bis 20:30 Uhr in einer offenen Runde unseren Fragen zu Feminismus, Geschichte, Politik und Literatur – zunächst – in den Werken der Autorinnen Joanna Bator, Brigitte Reimann, Irmtraud Morgner und Gisela Steineckert widmen. Jede*r sei herzlich ermuntert, in den Leseklub einzutreten und an der Gestaltung der Sitzungen mitzuwirken, etwa die Moderation für Sitzungen mit spezifischen Themenkomplexen zu übernehmen, kleinere Vorträge zu eigenen Fragestellungen einzubringen, sich über die Autorin und ggf. Übersetzerin zu informieren und vieles ähnliches mehr.

Für die nächsten Sitzungen sind die Lektüre (die Seitenzahl machen wir untereinander aus) zu Hause und die Besprechung im Leseklub zu folgenden Werken geplant:

– Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach den Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura (1974) von Irmtraud Morgner
– Lyrik (verschiedenes) von Gisela Steineckert

Oberstes Ziel des Leseklubs ist, Freude am Lesen zu fördern und uns mit anderen über unsere Leseerfahrungen auszutauschen!

Außer der für einen Leseklub nicht überraschenden Lesebereitschaft und der Neugier und Offenheit gegenüber oben genannten Themen sind daher keine Voraussetzungen nötig. Allerdings möchten wir eine schöne Atmosphäre kreieren, in der keine*r Angst haben muss, etwas zu sagen oder zu fragen. Wir bitten also darum, eine Portion Geduld und Empathie mitzubringen.

Bis dahin freut sich auf euch:
Der Leseklub in der MONAliesA!

Kontakt via Email: der_hessische_landbote at yahoo.de

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August – Dezember

bis 31.12.: „Das Haus des Teilens“ – Ausstellung über „Trostfrauen“ im Asien-Pazifik

Die feministische Bibliothek MONAliesA zeigt in Zusammenarbeit mit dem japanologischen Institut der Universität Leipzig eine Foto-Ausstellung zur Problematik der „Trostfrauen“ mit den besonderen und aufschlussreichen Bildern von Tsukasa Yajima.

Der Begriff „Trostfrau“ ist eine der unterschiedlichen Bezeichnungen für die bis zu 200.000 ehemaligen Zwangsprostituierten, die vom japanischen Militär im Asien-Pazifik-Krieg (1937-1945) verschleppt und ausgebeutet wurden. Es handelte sich hauptsächlich um Frauen der japanischen Nachbarländer, in die Japan im Laufe des Kriegs vorgedrungen war.

Seitdem die erste „Trostfrau“, die südkoreanische Kim Hak-Sun, im Jahre 1991 mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit ging, versuchen die anderen ehemaligen Zwangsprostituierten, eine Entschuldigung und Entschädigung von der japanischen Regierung zu erlangen. Ihre Anforderungen, die sie inzwischen in mehr als 1.000 abgehaltenen Protesten in Seoul durchzusetzen versuchten, hatten jedoch bisher wenig Erfolg.

Die Frauen brauchen eine breitere Basis an Unterstützung und ihre Angelegenheit mehr Aufmerksamkeit, damit eine ordentliche Veränderung herbeigeführt werden kann. Zu diesem Zweck ist die Arbeit des japanischen Fotografen Tsukasa Yajima wichtig. Er zeigt uns einen besonderen Einblick in das Leben der Frauen im sogenannten „Haus des Teilens“, den er während seines dortigen Aufenthalts (2003 – 2006) erhielt.

Die Ausstellung ist bis Ende Dezember während der Öffnungszeiten der MONAliesA zugänglich.

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Oktober

Fr., 20. Oktober, 19.30 Uhr: Mareice Kaiser liest aus: „Alles inklusive – Aus dem Leben mit meiner behinderten Tochter“

Elternwerden hatte sich Mareice Kaiser anders vorgestellt: Ihre erste Tochter kommt durch einen seltenen Chromosomenfehler mehrfach behindert zur Welt. Das Wochenbett verbringen sie im Krankenhaus, statt zur Krabbelgruppe gehen sie zum Kinderarzt. Mareice Kaiser erzählt von der Unplanbarkeit des Lebens, vom Alltag zwischen Krankenhaus und Kita, von ungewollten Rechtfertigungen, dummen Sprüchen, stereotypen Rollenverteilungen, bürokratischem Irrsinn und schwierigen Gewissensfragen. Es ist die Geschichte einer jungen Mutter, die mehr sein will als die Pflegekraft für ihre behinderte Tochter. (S. Fischer Verlag)

Mareice Kaiser, Jahrgang 1981, lebt in Berlin und im Internet. Über ihr inklusives Familienleben als Mutter von zwei Kindern – mit und ohne Behinderung – berichtet sie auf ihrem Blog Kaiserinnenreich: http://kaiserinnenreich.de/alles-inklusive/

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20.-22. Oktober: Gedenkstättenfahrt zum ehemaligen Frauen-KZ Ravensbrück

Wichtiger Hinweis: Es sind noch Restplätze verfügbar. Wenn ihr sicher mitkommen möchtet, meldet euch unter monaliesa_leipzig@gmx.de.

Vom 20. bis 22.10.17 fahren wir nach Fürstenberg in die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, um den historischen Ort und die Geschichte des ehemals größten Frauen-KZ kennen zu lernen. Wir beschäftigen uns in Workshops mit den Formen der Auseinandersetzung und Aufarbeitung der KZ-Geschichte unter geschlechterpolitischen Vorzeichen und wollen dabei besonders auf die Sonderstellung der Verfolgung lesbischer Liebe eingehen.

Die Anmeldung ist ab sofort unter monaliesa_leipzig@gmx.de möglich. Eine gemeinsame An- und Abreise ist mit Zug vorgesehen. Für die beiden Übernachtungen inklusive Vollverpflegung am Samstag und Sonntag sowie die Fahrtkosten erheben wir einen Unkostenbeitrag von 40 Euro.

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So, 22. Oktober, 15 Uhr: Lesbisch Lesen in der MONAliesA

Wir laden ein, in entspannter Sonntagnachmittagsatmosphäre lesbsiche Klassiker zu entdecken. Egal ob Belletristik, Comics, Theorie, Ratgeber oder Biografien: Bei Kaffee und Kuchen könnt ihr die MONAliesA kennenlernen oder wiederentdecken und in Literatur zu sämtlichen Bereichen lesbischen Lebens stöbern. Eine Veranstaltung im Rahmen des LeLeTre – Leipziger Lesbentreffen / Meeting of queer Lesbians.

November

Mo., 06. November, 19 Uhr: „Nestbeschmutzerinnen“ – Thesen zu einer feministischen Islamkritik, Vortrag und Diskussion mit Koschka Linkerhand

Eine feministische Kritik an Islam und Islamismus bewegt sich in einem hochexplosiven Spannungsfeld: Einer sich barbarisierenden deutschen Gesellschaft, deren Rassismus sich deutlich auf MuslimInnen fokussiert, steht eine breit aufgestellte Linke gegenüber, die Rassismus kritisiert, aber die frauenfeindlichen Missstände in muslimischen Ländern und Communitys nicht wahrhaben will und mit Sprechverboten und bedingungsloser Solidarität für die Unterdrückten operiert, gleich welchen Geistes Kind sie sind.

Aus materialistisch-feministischer Perspektive geht die antideutsche Kritik am Islam ebenso fehl wie die queerfeministische. Die eine missachtet, dass mit den Kategorien der klassisch-aufklärerischen Kritik das Patriarchat nicht zu fassen ist; die andere verabsolutiert die Politik der Identität auf eine Weise, dass kein Raum für objektive Bestimmungen von Islam und Frausein im Islam bleibt. Im Vortrag werden Thesen eines materialistischen Feminismus formuliert, der davon ausgeht, dass Feminismus wesentlich Identitätspolitik von Frauen ist, von dieser Warte aber auf eine universalistische Gesellschaftskritik abzielen muss, deren Gegenstand die patriarchale Gesellschaft in ihren muslimischen wie in ihren westlich-demokratischen Ausprägungen ist.

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Dezember

Sa., 02. Dezember, 14-17.30 Uhr: „Ein Blick zurück. Über die feministische Utopie eine Geschichte zu haben“, Workshop des AK.Unbehagen, mit Johanna Krümpelbeck und Pia Marzell

Dass sich die Emanzipation der Frau nicht automatisch aus ihrer ökonomischen Gleichstellung ergeben würde, war für Lenin und viele seiner männlichen Genossen undenkbar. Die russische Revolution war vor allem als Emanzipation des männlichen Subjekts gedacht worden, das »Private« blieb das Problem der Frauen. Wir werfen einen Blick zurück und sehen uns Emanzipationsentwürfe an, die Privatsphäre, Sexualität, psychische Strukturen und kulturelle Aspekte nicht ausklammern, sondern sich dezidiert mit ihnen beschäftigen. Auch Christa Wolf denkt in ihrer Neuerzählung des Kassandra-Mythos über die Abspaltung des Weiblichen aus der Öffentlichkeit nach und lässt ihre Figur über die Folgen dieser Trennung reflektieren. Ausgehend davon wollen wir mit euch darüber diskutieren, wie eine Utopie ohne getrennte Sphären aussehen könnte und darüber nachdenken, ob nicht schon in dem (Um)Erzählen einer Geschichte etwas Revolutionäres aufscheint.

Zu Beginn des Workshops wird es einen kleinen Input geben. Danach wollen wir uns „Kassandra“ genauer anschauen und ausgehend vom Text über feministische Utopien und Geschichtsschreibung diskutieren. Grundlage für die Diskussion sind einige Ausschnitte aus der Erzählung, die wir euch vorher zuschicken.

max. 15 TN, Anmeldung unter ak.unbehagen@gmail.com

Mi., 13. Dezember, 19 Uhr: Warum Mädchen keine Astronauten werden wollen und Jungs Prinzessinnen albern finden – Wie Geschlechtsidentitäten entstehen

Re­fe­ren­tin: Sab­ri­na Za­cha­nassi­an

Ge­schlechts­spe­zi­fi­sche Iden­ti­tä­ten sind trotz aller in­di­vi­du­el­len Spiel­ar­ten der­art kon­stant, dass sie oft als na­tür­lich er­schei­nen. Je­doch dient in „… jeder Ge­sell­schaft … das an­ge­bo­re­ne Ge­schlecht zur Recht­fer­ti­gung einer an­er­zo­ge­nen Ge­schlechts­rol­le.“ (E.J. Ha­e­ber­le)
Die ge­schlechts­spe­zi­fi­sche So­zia­li­sa­ti­on läuft oftmals der­art sub­til ab, dass El­tern eines Jun­gen und eines Mäd­chens davon über­zeugt sind, keine Un­ter­schie­de in der Er­zie­hung ge­macht zu haben. Und doch gehen in den meis­ten Fäl­len klei­ne Prin­zes­sin­nen und Pi­ra­ten dar­aus her­vor.
Bio­lo­gis­ti­sche An­sät­ze er­freu­en sich in die­sem Zu­sam­men gro­ßer Be­liebt­heit. Es ist ja auch viel be­que­mer sich eben dem „Schick­sal der Natur“ beu­gen zu müs­sen, als Er­zie­hungs­me­tho­den in­fra­ge zu stel­len und die ei­ge­nen Er­war­tun­gen als vor­ein­ge­nom­men zu ent­lar­ven.
In der Ver­an­stal­tung soll jen­seits eines re­ak­tio­nä­ren Neu­ro­s­e­xis­mus auf­ge­deckt wer­den, wie ste­reo­ty­pe Vor­stel­lung in jeder Ge­ne­ra­ti­on mit ver­läss­li­cher Re­gel­mä­ßig­keit und gro­ßem Er­folg auf die Spröss­lin­ge pro­ji­ziert wer­den.

Die Ver­an­stal­tung hat sehr ein­füh­ren­den Cha­rak­ter.

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Januar 2018

Mi., 10. Januar, 19 Uhr: Antiqueert?! Über Widersprüche im Queerfeminismus, die sich nicht wegglitzern lassen, Referentinnen: Koschka Linkerhand, Sabrina Zachanassian

– Zusatztermin wegen großer Nachfrage –

Feministin sein heißt heutzutage fast automatisch: Queerfeministin sein. Der Queerfeminismus, als dessen bekannteste Urheberin Judith Butler firmiert, dominiert seit etwa zwanzig Jahren die kultur- und geisteswissenschaftliche akademische Debatte weit über das Thema Geschlecht hinaus; queerfeministische Geschlechtervorstellungen reichen mittlerweile bis in die Politik der etablierten Parteien und in eine queere Pop- und Alltagskultur hinein, wie sie sich in vielen linken und LGBT-Szenen etabliert hat. Doch was genau bedeutet Queerfeminismus? Was unterscheidet ihn vom klassischen Feminismus, der von Frauen ohne Anführungszeichen und Sternchen, von biologischem versus sozialem Geschlecht und patriarchaler Gesellschaft spricht?

In unserer Veranstaltung wollen wir diskutieren, wie eine adäquate feministische Kritik der gegenwärtigen Gesellschaft aussehen könnte. Inwieweit kann Queerfeminismus über pure Identitätspolitik hinausreichen – taugt er zur Gesellschaftskritik oder ist er nicht mehr als ein Wegweiser zum neoliberalen Nischenglück? Was bedeutet es und welche politischen Konsequenzen hat es, das Geschlechterverhältnis als Ergebnis von Diskursen zu analysieren? Bereitet Dekonstruktion, das queere Wundermittel gegen Diskriminierung, tatsächlich den Weg zu einer freieren Gesellschaft, in der alle „ohne Angst verschieden sein können“ (Adorno)? In welchem Verhältnis stehen queerfeministische Kategorien zu einem Feminismus, der sich auf die Zweite Frauenbewegung, auf Materialismus, Universalismus und die Kritik der politischen Ökonomie beruft – und trotzdem das Wünschen noch nicht verlernt hat?

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