Vergangene Veranstaltungen

Vorträge zum Nachhören:
https://www.mixcloud.com/MONAliesA_Leipzig/

20182017201620152014

2018

August

Do., 16.08., 19 Uhr: Antje Schrupp: Für mehr Anarchismus im Feminismus

Feminismus ist seit einiger Zeit wieder ein viel diskutiertes Thema, es gibt neue Akteur*innen, Positionen und Theorien. Dabei stellt sich auch die Frage nach dem Verhältnis der Frauenbewegung zu anderen sozialen und herrschaftskritischen Bewegungen. Während das Verhältnis von Feminismus und Marxismus vielfältig diskutiert und analysiert wurde, gibt es nur wenig Nachdenken über das Verhältnis von Feminismus und Anarchismus. Das liegt auch daran, dass die Frauenbewegung in Deutschland vor allem dafür kämpft, dass Verbesserungen für Frauen durch staatliche Initiativen – Gesetze und Förderprogramme – erreicht werden. Allerdings kommt diese Strategie heute mehr denn je an ihre Grenzen. Ein Blick zurück auf die Geschichte des anarchistischen Feminismus ist daher nicht nur von historischem Interesse, sondern gibt Impulse für heutigen Aktivismus.

Juli

Do., 19.07., 19 Uhr: Disziplinierung und Kontrolle weiblicher Sexualität in der DDR – die Geschlossene Krankenanstalt Leipzig, Referentin: Steffi Brüning

In der Riebeckstraße 63, Leipzig, befand sich in der DDR bis 1990 die Geschlossene Krankenanstalt für vermeintlich geschlechtskranke Frauen und weibliche Jugendliche. In Geschlossenen Krankenanstalten sollten vorgeblich widerspenstige Geschlechtskranke isoliert werden, um sie zu heilen. Die Historikerin Steffi Brüning wird im Vortrag zeigen, dass die Anstalt aber nur theoretisch eine medizinische Einrichtung war. Eigentlich ging es um Disziplinierung und Kontrolle von Frauen und weiblichen Jugendlichen, die sich verschiedenen „sozialistischen Normen“ besonders hinsichtlich der Rollenerwartung an Frauen und ihre Sexualität in der DDR widersetzten. Die meisten „Patientinnen“ waren nie geschlechtskrank, die Verantwortlichen brachen zum großen Teil rechtliche Verordnungen der DDR. Diese bislang wenig beachtete Facette von Herrschaft und Gewalt in der DDR wird durch den Vortrag und eine anschließende Diskussion näher beleuchtet.

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Juni

Sa., 30.06., 11-15.30 Uhr: „Im Wiederspiel des Unmöglichen mit dem Möglichen“: Zum Begriff der Freiheit in feministischen Debatten

Workshop mit Constanze Stutz und Annika Sominka

Mai

Mi., 09.05., 19-21 Uhr: Gemachtes Geschlecht – Gemachte Behinderung, Workshop mit Esther Stahl

In dem zweistündigen Workshop soll es um die Konstruktion von Geschlecht und Behinderung in unserer Gesellschaft gehen und wie diese sowie andere Aspekte zur Einschränkung sexueller Selbstbestimmung von Menschen mit Beeinträchtigungen beitragen. Die Teilnehmer_innen erfahren, was die beiden Kategorien Geschlecht und Behinderung miteinander zu tun haben
und wie und wovon sie die Aneignung weiblicher und männlicher Stereotype emanzipieren können und warum das nicht die Lösung sein kann. Außerdem solles um sexuelle Selbstbestimmung von Menschen mit Beeinträchtigungen gehen – wobei der Fokus hierbei auf Menschen gelegt wird, die in Einrichtungen der Behindertenhilfe leben.
Der Workshop ist als Workshop konzipiert und nicht als Vortrag – Mitmachen ist erwünscht!

Schreibt zur Anmeldung bitte eine Mail an pro-choice-leipzig(at)riseup(dot)net

Beschreibung in Leichter Sprache:
Menschen machen Geschlecht.
Menschen machen auch Behinderung.
Menschen mit Beeinträchtigungen können oft nicht so Sex haben, wie sie das selber wollen.
Ich mache einen Workshop.
Der Workshop dauert 2 Stunden.
Ein Workshop ist so ähnlich wie Unterricht.
Im Workshop sollen alle mitmachen und etwas lernen.
In diesem Workshop lernen Sie über Männlich-Sein und Weiblich-Sein. In dem Workshop lernen Sie etwas über Behinderung und Sexualität. Wir lernen wie Menschen Männer machen, Frauen machen und Behinderte machen.
Der Workshop ist in Schwerer Sprache.
Sie können mit einem Helfer kommen. Sie können mit einer Helferin kommen.

Die Veranstaltung ist auf Deutsch.
Der Eintritt ist frei.
Der Workshop ist auf 20 Personen begrenzt.
Schreibt zur Anmeldung bitte eine Mail an pro-choice-leipzig(at)riseup(dot)net

Die Veranstaltung ist Teil der Mobilisation für die Demo „Lebenschützen! Abtreibung legalisieren! – Für eine feministische Praxis!“ gegen den Schweigemarsch christlicher Abtreibungsgegner*innen in Annaberg-Bucholz am 16.06.2018.
Auf unserer Website findet ihr weitere Infos zur Demo und Veranstaltungen im Vorfeld
http://schweigemarsch-stoppen.de/

April

Do., 19.04., 19 Uhr: Transsexuelle Weiblichkeit als Dreckshomo und Queerikone
Referentin: Daria Majewski, Moderatorin: Constanze Stutz

Transsexuelle Weiblichkeiten unterliegen verschiedenen Projektionen in progressiven Kontexten. So sollen sie stellvertretend die Dekonstruierbarkeit von Geschlecht beweisen, als Opfergruppe, und damit als Heilige, Politiken rechtfertigen und die Möglichkeit Geschlecht und Sexualität zu Veruneindeutigen praktisch vorleben. Gleichzeitig sind an “Trans*” orientierte Politiken innerlich zerstritten und verweisen auf die Heterogenität von trans* Menschen. Ein Blick in die Alltagserfahrungen transsexueller Frauen zeigt andererseits, dass eine transsexuelle Identitätspolitik immernoch notwendig ist: Arbeitslosigkeit, sexualisierte/ physische/ psychische Gewalt, schlechte medizinische Versorgung und das erst kürzlich durch das Bundesverfassungsgericht erneut bestätigte Gutachterverfahren nach dem aktuellen Transsexuellengesetz, sind Symptome einer transfeindlich strukturieren Gesellschaft. Der Vortrag kritisert aktuelle (Nicht)Vorstellungen von transsexueller Weiblichkeit in emanzipatorischen Kontexten und stellt sich die Frage, ob es eine gelingende transgeschlechtliche Identitätspolitik geben kann.

Der Vortrag basiert auf dem Artikel “Dreckshomo und Queerikone – Transsein zwischen Selbsthass und Emanzipation”, der 2016 in dem Sammelband “Selbsthass und Emanzipation” erschienen ist.

Fr., 13.04., 19 Uhr: Buchpräsentation: „Anne Lister. Eine erotische Biographie“ von Angela Steidele

»Ich liebe die Fr auen, und sie lieben mich auch.«Anne Lister, 1816

Frauenheld, Schwerenöter oder Heiratsschwindler, Lüstling, Wüstling oder einfach nur Schuft: Frauen pflasterten ihren Weg. Anne Lister betete sie an, begehrte, belog und betrog sie, ging ihnen an die Wäsche und ans Geld. Ihr lustvolles Lieben und Leben im vermeintlich prüden präviktorianischen England vertraute sie einem geheimschriftlichen Tagebuch an, dessen ganz und gar unkeusche Einträge Angela Steidele zu dieser staunenswerten Biographie verführte.

Dr. Angela Steidele, geb. 1968, erforscht und erzählt historische Liebesgeschichten. Sie veröffentlichte u. a. In Männerkleidern. Das verwegene Leben der Catharina Linck alias Anastasius Rosenstengel, hingerichtet 1721 (2004); Geschichte einer Liebe. Adele Schopenhauer und Sibylle Mertens-Schaaffhausen (2010) und Rosenstengel. Ein Manuskript aus dem Umfeld Ludwigs II. (2015).

Die Veranstaltung wird aus Mitteln des Förderprogramms Grenzgänger der Robert Bosch Stiftung unterstützt.

März

Fr., 09.03., 11.00 – 13.30 Uhr: Elemente des linken Antisemitismus, Referentin: Tina Sanders

Women only

Vorgestellt wird eine Einführung in die Elemente des Antisemitismus in der deutschen Linken, die sich aus antikapitalistischen und antirassistischen Ansprüchen sowie der Abwehr der kollektiven Schuld der Deutschen am Holocaust speist. Es gilt aufzuzeigen, dass es sich hierbei nicht um eine Diskriminierungsform “wie jede andere“ handelt, sondern um ein Weltbild, das dogmatisch Kapital und Nationen in “gut“ und
“böse“ unterteilt. Dies schlägt sich in Antizionismus (Feindschaft gegenüber dem jüdischen Staat Israel) nieder, der oftmals die Basis des heutigen Antisemitismus bildet.
Eine Veranstaltung im Rahmen von „Querschnitt Feminismus“. Mehr Infos unter: feministischerkampftag.blogsport.eu

Fr, 09.03., 15.00 – 17.30 Uhr: Feministische Kontroversen – Debatte um Abtreibung & Pränataldiagnostik in der Zweiten Frauenbewegung, (MAD – mehr als das)

Wir wollen uns mit dem Kampf der zweiten Frauenbewegung gegen den §218 und ihre Positionen zu Gen- und Reproduktionstechniken beschäftigen. Dazu wollen wir gemeinsam Textausschnitte lesen, diskutieren und uns die Frage stellen, wie sich die Forderung nach reproduktiver Selbstbestimmung mit den Kämpfen um Anerkennung von behinderten Menschen vereinbaren lassen. Der Workshop ist einsteigerinnen freundlich. Wir wollen uns gemeinsam Positionen erarbeiten und kontrovers diskutieren.
Eine Veranstaltung im Rahmen von „Querschnitt Feminismus“. Mehr Infos unter: feministischerkampftag.blogsport.eu

Sa., 10.03., 11-13.30 Uhr: No feminist liberation without socialism!? Überlegungen zu einer marxistisch-feministischen Kritik an Klassen- und Geschlechterverhältnissen, Katja Wagner (translib)

Überlegungen zu einer marxistisch-feministischen Kritik an Klassen- und Geschlechterverhältnissen.
Der Vortrag versucht mit Rückgriff auf die US-amerikanische Diskussion den Zusammenhang von Geschlechter- und Klassenverhältnissen zu beleuchten. Dabei soll es vor allem um eine historische Genese der vergeschlechtlichen Arbeitsteilung gehen, um zu verstehen, wo die Kontinuitäten und Veränderungen dieser Arbeitsteilung liegen und was die Gründe dafür sind. Diese historische Annäherung soll schließlich in die politische Frage münden, warum auch ein aktueller Feminismus die marxsche Kritik der Klassengesellschaft nicht außer Acht lassen sollte und was das für die konkrete Auseinandersetzung bedeuten könnte.

Eine Veranstaltung im Rahmen von „Querschnitt Feminismus“. Mehr Infos unter: feministischerkampftag.blogsport.eu

Sa., 10.03., 15.00 – 17.30 Uhr: Fummel, Sekt & Genderwahn – Von der Vertuntung der Menschen, mit Kuku Schrapnell & Babsi l’Ordinaireteur

Wir wollen in unserem Workshop Tunten von allen Seiten & Ecken aus analysieren, etwa 45 verschiedene theoretische Ansätze diskutieren & ein für alle mal festlegen was Tunte ist & was halt nicht – kleiner Scherz.
Zwar werden wir um eine „Theorie der Tunte“ nicht herumkommen, vor allem soll es uns aber darum gehen, Tuntigkeit als individuelle Erfahrung & als Schnittstelle politischer Fragen & persönlicher Lust begreiflich zu machen. Darüber hinaus wollen wir uns der Frage widmen warum diese lustvolle Form des Erlebens eigener (Un-)Geschlechtlichkeit historisch vor allem Männerdomäne war & wie sich das vielleicht ändern lässt & am Ende wollen wir natürlich selbst zu Tunten werden.Eine Bitte noch: Bringt eure extravaganten Fetzen & verrückten Fummel mit, um mit uns nach eurer inneren Tunte zu suchen.
Eine Veranstaltung im Rahmen von „Querschnitt Feminismus“. Mehr Infos unter: feministischerkampftag.blogsport.eu

Do., 15.03., 19 Uhr: Bettina Wilpert liest aus „nichts, was uns passiert“

Leipzig. Sommer. Universität, Fußball-WM und Volksküche. Gute Freunde. Eine Geburtstagsfeier. Anna sagt, sie wurde vergewaltigt. Jonas sagt, es war einvernehmlicher Geschlechtsverkehr. Aussage steht gegen Aussage. Nach zwei Monaten nah an der Verzweiflung zeigt Anna Jonas schließlich an, doch im Freundeskreis hängt bald das Wort „Falschbeschuldigung“ in der Luft. Jonas’ und Annas Glaubwürdigkeit und ihre Freundschaften werden aufs Spiel gesetzt.
Der Roman »nichts, was uns passiert« thematisiert, welchen Einfluss eine Vergewaltigung auf Opfer, Täter und das Umfeld hat und wie eine Gesellschaft mit sexueller Gewalt umgeht.

Eine Veranstaltung im Rahmen von „Leipzig liest“.

So., 18.03, 15 Uhr: Buchpräsentation: „Kulturkampf und Gewissen. Medizinethische Strategien der „Lebensschutz“-Bewegung“ mit den Autor*innen: Eike Sanders, Kirsten Achtelik und Ulli Jentsch

Die „Lebensschutz“-Bewegung will in die Offensive: Sie möchte nicht nur die Zugänge zu Schwangerschaftsabbrüchen erschweren, sondern führt auch einen Kulturkampf zur Retraditionalisierung der Geschlechter- und Familienverhältnisse, um christliche Moral und das ärztliche Gewissen. Damit ist sie Teil eines konservativen bis extrem rechten, in Teilen antidemokratischen, Aufwindes.
Die Autor*innen analysieren die neuen medizinethischen Strategien der „Lebensschutz“-Bewegung, ihre Stärken, Schwächen und internen Widersprüche. Damit liefern sie das Material für eine kritische Auseinandersetzung mit den „Lebensschützern“ – und die Grundlage für den nötigen Widerstand.

Eike Sanders ist Mitarbeiterin des Antifaschistischen Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin apabiz e.V., wo sie seit zehn Jahren zentral zu dem Thema extreme Rechte und Gender forscht, publiziert und Bildungsarbeit durchführt. Ihre Schwerpunkte sind die „Lebensschutz“-Bewegung, Antifeminismus sowie Rechtsterrorismus. Sie ist Mitglied im Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus.

Kirsten Achtelik ist Diplom-Sozialwissenschaftlerin, freie Journalistin und Autorin. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind u.a. feministische Theorien und Bewegungen, Schnittstellen mit anderen sozialen Bewegungen v.a. der Behindertenbewegung und Kritik der Gen- und Reproduktionstechnologien. Sie promoviert zum Verhältnis von feministischer, behindertenpolitischer und „Lebensschutz“-Bewegung an der HU Berlin.

Ulli Jentsch ist Mitarbeiter des Antifaschistischen Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin e.V. (apabiz) und derzeit für NSU-Watch sowie als freier Journalist tätig. Er recherchiert seit über zwanzig Jahren zur extremen Rechten in Deutschland. Zu den Schwerpunkten seiner Arbeit gehört die Aufklärung der Strukturen und Ideologien des Rechtsterrorismus, insbesondere des „Nationalsozialistischen Untergrundes“ (NSU), christlicher Fundamentalismus und die „Lebensschutz“-Bewegung.

Eine Veranstaltung im Rahmen von „Leipzig liest“.

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Februar

Do., 22. Februar, 19 Uhr: Peet Thesing: Feministische Psychiatriekritik

Peet Thesing liest aus ihrem Buch „Feministische Psychiatriekritik“. Das Thema Psychiatriekritik ist schon lange aus dem Blickfeld von Feminist*innen verschwunden. ›Helfende‹ Maßnahmen werden nicht (mehr) gesellschaftskritisch analysiert, auch psychiatrisch-medizinische Ansätze werden nicht auf ihre strukturelle Bedeutung hin befragt. Geschichte scheint es in der Psychiatrie nicht zu geben.

Dabei sind viele Fragen offen: Wie eigentlich entstehen ›psychische Krankheiten‹ in dieser Gesellschaft? Wie wird zwischen krank und gesund (nicht) unterschieden? Wird Homosexualität tatsächlich nicht mehr als Krankheit betrachtet? Womit wird psychiatrische Gewalt begründet? Welche Rolle spielen legale Drogen und Therapien? Hört die feministische Forderung »My body, my choice« bei Essstörungen und Selbstverletzungen auf?

Thesing hinterfragt psychiatrische Ansätze aus einer gesellschaftskritischen Perspektive. Dabei orientiert sich die Autorin am Wissen Psychiatrie-Erfahrener. Es geht um die Trennung zwischen gesund und krank, um die Entstehung von Diagnosen, um Homosexualität und Hysterie und die Macht der Gutachten. Es wird beschrieben, wie psychiatrische Gewalt funktioniert; Fesselungen und die Verabreichung von Medikamenten werden dabei ebenso analysiert wie psychische Zugriffe.

Abschließend werden Optionen vorgestellt, die Handlungsfähigkeit wieder möglich macht, wenn die Psychiatrie sich nicht als Ort des ›Helfens und Heilens‹ erweist. Es wird auch ausreichend Zeit für Fragen und Diskussion geben.

Mo, 12.02., 19.30 Uhr: Weg mit Paragraph § 218/219! Abtreibung auf die Agenda setzen! – Ein dialogischer Vortrag von Kristina Hänel und Katja Krolzik-Matthei

Abtreibung ist in Deutschland wieder in der Diskussion, insbesondere der § 219 a StGB. Die Gießener Gynäkologin Kristina Hänel kämpft nun stellvertretend für viele Gynäkolog_innen den juristischen Kampf um die Abschaffung dieses Paragraphen. Über aktuelle juristische und gesellschaftspolitische Herausforderungen und Aktivismus gestern und heute sprechen Kristina Hänel und Katja Krolzik-Matthei (Sexualwissenschaftlerin, HS Merseburg).

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Referat für Gleichstellung & Lebensweisenpolitik Stura (Uni Leipzig)

Einlass: 19:00 Uhr * Beginn: 19:30 Uhr
*Einlass auf Spendenbasis

Januar

Sa., 13. Januar, 19 Uhr: „Make Love. Don’t Gender!?“ Möglichkeiten und Grenzen von Heteronormativitätskritik in heterosexuell definierten Paarbeziehungen. Referentin: Ann-Madeleine Tietge

Basierend auf den Ergebnissen ihrer Dissertation wird Ann-Madeleine Tietge zeigen, dass der heteronormativitätskritische Versuch, Geschlecht in einer cis‑/heterosexuellen Liebesbeziehung zu dekonstruieren, nicht unbedingt an den Vorstellungen „dominanter Macker“ und „abhängige Hausfrau“ scheitert. Vielmehr re-inszeniert sich hier eine Mutter-Sohn-Konstellation zwischen Partnerin und Partner, was die Referentin auf dem Hintergrund psychoanalytischer Sozialpsychologie und konstruktivistischer Geschlechtertheorie deutet.
Die männlich sozialisierten Partner geraten häufig in eine kindliche/adoleszente Position, welche von undifferenzierten Fernweh- und Autonomiestrebungen und übermäßigen Selbstverwirklichungstendenzen gekennzeichnet ist. Ihre Partnerinnen, welche sich meist mehr Verantwortungsübernahme ihrer Partner wünschen, reagieren auf diese Position mit mütterlichen Erziehungsversuchen, welche jedoch die Kindlichkeit ihrer Partner zu zementieren scheint.
Tietge plädiert für eine neue Schwerpunktsetzung in der feministischen Kritik des Privaten. Eine „Reduzierung“ des Maskulinen hin zur Figur des „kleinen Jungen“ kann genauso wenig wie eine rein ästhetische Femininisierung ausreichen, um Geschlecht (und damit Machtverhältnisse) in Beziehungen zu destabilisieren. Stattdessen gilt es für Cis-Männer, mütterlich konnotierte Sozialisationsaspekte zu übernehmen, also Femininisierung auch auf Ebene der emotionalen Fürsorge zu erreichen.

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Mi., 10. Januar, 19 Uhr: Antiqueert?! Über Widersprüche im Queerfeminismus, die sich nicht wegglitzern lassen, Referentinnen: Koschka Linkerhand, Sabrina Zachanassian

– Zusatztermin wegen großer Nachfrage –

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2017

Dezember

Sa., 02. Dezember, 14-17.30 Uhr: „Ein Blick zurück. Über die feministische Utopie eine Geschichte zu haben“, Workshop des AK.Unbehagen, mit Johanna Krümpelbeck und Pia Marzell

Dass sich die Emanzipation der Frau nicht automatisch aus ihrer ökonomischen Gleichstellung ergeben würde, war für Lenin und viele seiner männlichen Genossen undenkbar. Die russische Revolution war vor allem als Emanzipation des männlichen Subjekts gedacht worden, das »Private« blieb das Problem der Frauen. Wir werfen einen Blick zurück und sehen uns Emanzipationsentwürfe an, die Privatsphäre, Sexualität, psychische Strukturen und kulturelle Aspekte nicht ausklammern, sondern sich dezidiert mit ihnen beschäftigen. Auch Christa Wolf denkt in ihrer Neuerzählung des Kassandra-Mythos über die Abspaltung des Weiblichen aus der Öffentlichkeit nach und lässt ihre Figur über die Folgen dieser Trennung reflektieren. Ausgehend davon wollen wir mit euch darüber diskutieren, wie eine Utopie ohne getrennte Sphären aussehen könnte und darüber nachdenken, ob nicht schon in dem (Um)Erzählen einer Geschichte etwas Revolutionäres aufscheint.

Zu Beginn des Workshops wird es einen kleinen Input geben. Danach wollen wir uns „Kassandra“ genauer anschauen und ausgehend vom Text über feministische Utopien und Geschichtsschreibung diskutieren. Grundlage für die Diskussion sind einige Ausschnitte aus der Erzählung, die wir euch vorher zuschicken.

max. 15 TN, Anmeldung unter ak.unbehagen@gmail.com

Mi., 13. Dezember, 19 Uhr: Warum Mädchen keine Astronauten werden wollen und Jungs Prinzessinnen albern finden – Wie Geschlechtsidentitäten entstehen             Re­fe­ren­tin: Sab­ri­na Za­cha­nassi­an

Ge­schlechts­spe­zi­fi­sche Iden­ti­tä­ten sind trotz aller in­di­vi­du­el­len Spiel­ar­ten der­art kon­stant, dass sie oft als na­tür­lich er­schei­nen. Je­doch dient in „… jeder Ge­sell­schaft … das an­ge­bo­re­ne Ge­schlecht zur Recht­fer­ti­gung einer an­er­zo­ge­nen Ge­schlechts­rol­le.“ (E.J. Ha­e­ber­le)
Die ge­schlechts­spe­zi­fi­sche So­zia­li­sa­ti­on läuft oftmals der­art sub­til ab, dass El­tern eines Jun­gen und eines Mäd­chens davon über­zeugt sind, keine Un­ter­schie­de in der Er­zie­hung ge­macht zu haben. Und doch gehen in den meis­ten Fäl­len klei­ne Prin­zes­sin­nen und Pi­ra­ten dar­aus her­vor.
Bio­lo­gis­ti­sche An­sät­ze er­freu­en sich in die­sem Zu­sam­men gro­ßer Be­liebt­heit. Es ist ja auch viel be­que­mer sich eben dem „Schick­sal der Natur“ beu­gen zu müs­sen, als Er­zie­hungs­me­tho­den in­fra­ge zu stel­len und die ei­ge­nen Er­war­tun­gen als vor­ein­ge­nom­men zu ent­lar­ven.
In der Ver­an­stal­tung mit einführendem Charakter soll jen­seits eines re­ak­tio­nä­ren Neu­ro­s­e­xis­mus auf­ge­deckt wer­den, wie ste­reo­ty­pe Vor­stel­lung in jeder Ge­ne­ra­ti­on mit ver­läss­li­cher Re­gel­mä­ßig­keit und gro­ßem Er­folg auf die Spröss­lin­ge pro­ji­ziert wer­den.

November

Mo., 06. November, 19 Uhr: „Nestbeschmutzerinnen“ – Thesen zu einer feministischen Islamkritik, Vortrag und Diskussion mit Koschka Linkerhand

Eine feministische Kritik an Islam und Islamismus bewegt sich in einem hochexplosiven Spannungsfeld: Einer sich barbarisierenden deutschen Gesellschaft, deren Rassismus sich deutlich auf MuslimInnen fokussiert, steht eine breit aufgestellte Linke gegenüber, die Rassismus kritisiert, aber die frauenfeindlichen Missstände in muslimischen Ländern und Communitys nicht wahrhaben will und mit Sprechverboten und bedingungsloser Solidarität für die Unterdrückten operiert, gleich welchen Geistes Kind sie sind.

Aus materialistisch-feministischer Perspektive geht die antideutsche Kritik am Islam ebenso fehl wie die queerfeministische. Die eine missachtet, dass mit den Kategorien der klassisch-aufklärerischen Kritik das Patriarchat nicht zu fassen ist; die andere verabsolutiert die Politik der Identität auf eine Weise, dass kein Raum für objektive Bestimmungen von Islam und Frausein im Islam bleibt. Im Vortrag werden Thesen eines materialistischen Feminismus formuliert, der davon ausgeht, dass Feminismus wesentlich Identitätspolitik von Frauen ist, von dieser Warte aber auf eine universalistische Gesellschaftskritik abzielen muss, deren Gegenstand die patriarchale Gesellschaft in ihren muslimischen wie in ihren westlich-demokratischen Ausprägungen ist.

Oktober

Mi., 04. Oktober, 19 Uhr: Antiqueert?! Über Widersprüche im Queerfeminismus, die sich nicht wegglitzern lassen, Referentinnen: Koschka Linkerhand, Sabrina Zachanassian

Feministin sein heißt heutzutage fast automatisch: Queerfeministin sein. Der Queerfeminismus, als dessen bekannteste Urheberin Judith Butler firmiert, dominiert seit etwa zwanzig Jahren die kultur- und geisteswissenschaftliche akademische Debatte weit über das Thema Geschlecht hinaus; queerfeministische Geschlechtervorstellungen reichen mittlerweile bis in die Politik der etablierten Parteien und in eine queere Pop- und Alltagskultur hinein, wie sie sich in vielen linken und LGBT-Szenen etabliert hat. Doch was genau bedeutet Queerfeminismus? Was unterscheidet ihn vom klassischen Feminismus, der von Frauen ohne Anführungszeichen und Sternchen, von biologischem versus sozialem Geschlecht und patriarchaler Gesellschaft spricht?

In unserer Veranstaltung wollen wir diskutieren, wie eine adäquate feministische Kritik der gegenwärtigen Gesellschaft aussehen könnte. Inwieweit kann Queerfeminismus über pure Identitätspolitik hinausreichen – taugt er zur Gesellschaftskritik oder ist er nicht mehr als ein Wegweiser zum neoliberalen Nischenglück? Was bedeutet es und welche politischen Konsequenzen hat es, das Geschlechterverhältnis als Ergebnis von Diskursen zu analysieren? Bereitet Dekonstruktion, das queere Wundermittel gegen Diskriminierung, tatsächlich den Weg zu einer freieren Gesellschaft, in der alle „ohne Angst verschieden sein können“ (Adorno)? In welchem Verhältnis stehen queerfeministische Kategorien zu einem Feminismus, der sich auf die Zweite Frauenbewegung, auf Materialismus, Universalismus und die Kritik der politischen Ökonomie beruft – und trotzdem das Wünschen noch nicht verlernt hat?

Fr., 20. Oktober, 19.30 Uhr: Mareice Kaiser liest aus: „Alles inklusive – Aus dem Leben mit meiner behinderten Tochter“

Elternwerden hatte sich Mareice Kaiser anders vorgestellt: Ihre erste Tochter kommt durch einen seltenen Chromosomenfehler mehrfach behindert zur Welt. Das Wochenbett verbringen sie im Krankenhaus, statt zur Krabbelgruppe gehen sie zum Kinderarzt. Mareice Kaiser erzählt von der Unplanbarkeit des Lebens, vom Alltag zwischen Krankenhaus und Kita, von ungewollten Rechtfertigungen, dummen Sprüchen, stereotypen Rollenverteilungen, bürokratischem Irrsinn und schwierigen Gewissensfragen. Es ist die Geschichte einer jungen Mutter, die mehr sein will als die Pflegekraft für ihre behinderte Tochter. (S. Fischer Verlag)

Mareice Kaiser, Jahrgang 1981, lebt in Berlin und im Internet. Über ihr inklusives Familienleben als Mutter von zwei Kindern – mit und ohne Behinderung – berichtet sie auf ihrem Blog Kaiserinnenreich: http://kaiserinnenreich.de/alles-inklusive/

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20.-22. Oktober: Gedenkstättenfahrt zum ehemaligen Frauen-KZ Ravensbrück

Vom 20. bis 22.10.17 fahren wir nach Fürstenberg in die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, um den historischen Ort und die Geschichte des ehemals größten Frauen-KZ kennen zu lernen. Wir beschäftigen uns in Workshops mit den Formen der Auseinandersetzung und Aufarbeitung der KZ-Geschichte unter geschlechterpolitischen Vorzeichen und wollen dabei besonders auf die Sonderstellung der Verfolgung lesbischer Liebe eingehen.

Die Anmeldung ist ab sofort unter monaliesa_leipzig@gmx.de möglich. Eine gemeinsame An- und Abreise ist mit Zug vorgesehen. Für die beiden Übernachtungen inklusive Vollverpflegung am Samstag und Sonntag sowie die Fahrtkosten erheben wir einen Unkostenbeitrag von 40 Euro.

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So, 22. Oktober, 15 Uhr: Lesbisch Lesen in der MONAliesA

Wir laden ein, in entspannter Sonntagnachmittagsatmosphäre lesbsiche Klassiker zu entdecken. Egal ob Belletristik, Comics, Theorie, Ratgeber oder Biografien: Bei Kaffee und Kuchen könnt ihr die MONAliesA kennenlernen oder wiederentdecken und in Literatur zu sämtlichen Bereichen lesbischen Lebens stöbern. Eine Veranstaltung im Rahmen des LeLeTre – Leipziger Lesbentreffen / Meeting of queer Lesbians.

September

Do., 14. September, 19 Uhr: „Ich habe die Schnauze voll von euch!“ – Radikale Prostitutionskritik in postmodernen Zeiten. Referentin: Huschke Mau

„Ich habe die Schnauze voll von euch!“ – So beginnt eine öffentliche Anklage von Huschke Mau an die ProstitutionsbefürworterInnen, die das Meinungsbild in den Gender Studies über die Linkspartei bis hin zu Beratungsstellen für Prostituierte mittlerweile zu dominieren scheinen. In deren Augen ist Prostitution eine Care-Arbeit – eine Dienstleistung, wie jede andere – und schlussendlich „eine tolle Alternative zu Armut“.

Die Referentin Huschke Mau hat den Prostitutionsalltag zehn Jahre lang durchlebt und weiß von der Ohnmacht, der patriarchalen Gewalt, der Abhängigkeit und den Traumatisierungen in diesem „Business“ zu berichten. Sie entlarvt Prostitution als zutiefst patriarchales und gewaltvolles Verhältnis und fordert ein Gesetz, das die Freier bestraft und nicht die Prostituierten. Aber zwingt man Prostituierte nicht noch stärker in den Untergrund, sobald man die Freier illegalisiert? Sind die zahlreichen positiven Erlebnisberichte von Sexarbeiterinnen, die in den Medien kursieren, tatsächlich nur Schönfärberei? Gleicht die pauschale Darstellung von Prostituierten als Opfer nicht deren Entmündigung? Zu diesen und Euren, sicherlich zahlreichen Fragen wird Huschke Mau in der Veranstaltung Stellung beziehen.

Mi, 27. September, 18 Uhr: Abschlussveranstaltung nach einem Jahr DDF-Arbeit in der MONAliesA

Nach einem Jahr Arbeit für das Digitale Deutsche Frauenarchiv möchten wir mit euch feiern und unsere Ergebnisse präsentieren. Mit Kurzvorträgen zur »Fraueninitiative Leipzig« und der Leipziger Frauen- und Lesbenzeitschrift »Zaunreiterin«.

Fr., 29. September, 18.30 Uhr: Vortrag von Dr. Claudia Schoppmann: „Zwischen strafrechtlicher Verfolgung und gesellschaftlicher Ächtung: Lesbische Frauen im Dritten Reich“

Im Vortrag von Claudia Schoppmann geht es anhand biografischer Beispiele um die Lebenssituationen lesbischer Frauen im Nationalsozialismus. Ebenso wie homosexuelle Männer erfuhren lesbische Frauen nach 1933 die Zerstörung ihrer Treffpunkte, Lokale und Zeitschriften. Sexuelle Handlungen zwischen Frauen standen jedoch nicht per se unter Strafe, im Gegensatz zu solchen zwischen Männern (§175 RStGB). Dieses geschlechtsspezifische Vorgehen der Nationalsozialisten ist vor allem auf die unterschiedliche Beurteilung von weiblicher und männlicher Sexualität und auf die Geschlechterhierarchie im „Dritten Reich“ zurückzuführen. Aufgrund der vielfältigen Kontrollmechanismen gegenüber Frauen konnte auf eine systematische Anwendung des Strafrechts als Mittel zur Abschreckung und Einschüchterung offenbar verzichtet werden. Dies schützte jedoch nicht vor Denunziationen. Auch weibliche Homosexualität wurde gesellschaftlich geächtet und entsprach nicht den moralischen Normen. Allein der Verdacht gegen Frauen oder ihre Benennung in anderen Verfahren reichte für polizeiliche Ermittlungen, Verhöre oder andere Maßnahmen. Wenn einzelne Frauen ins Visier des Regimes gerieten, mussten auch sie mit Repressionen rechnen – mit unterschiedlichen Konsequenzen.

Dr. Claudia Schoppmann ist Historikerin, Autorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin

August

Mi., 09.08, 19 Uhr: Ausstellungseröffnung „Das Haus des Teilens“ und Informationsabend über Trostfrauen im Asien-Pazifik

Die feministische Bibliothek MONAliesA veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem japanologischen Institut der Universität Leipzig einen Informationsabend und eine Foto-Ausstellung zur Problematik der „Trostfrauen“ mit den besonderen und aufschlussreichen Bildern von Tsukasa Yajima.

Der Begriff „Trostfrau“ ist eine der unterschiedlichen Bezeichnungen für die bis zu 200.000 ehemaligen Zwangsprostituierten, die vom japanischen Militär im Asien-Pazifik-Krieg (1937-1945) verschleppt und ausgebeutet wurden. Es handelte sich hauptsächlich um Frauen der japanischen Nachbarländer, in die Japan im Laufe des Kriegs vorgedrungen war.

Seitdem die erste „Trostfrau“, die südkoreanische Kim Hak-Sun, im Jahre 1991 mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit ging, versuchen die anderen ehemaligen Zwangsprostituierten, eine Entschuldigung und Entschädigung von der japanischen Regierung zu erlangen. Ihre Anforderungen, die sie inzwischen in mehr als 1.000 abgehaltenen Protesten in Seoul durchzusetzen versuchten, hatten jedoch bisher wenig Erfolg.

Die Frauen brauchen eine breitere Basis an Unterstützung und ihre Angelegenheit mehr Aufmerksamkeit, damit eine ordentliche Veränderung herbeigeführt werden kann. Zu diesem Zweck ist die Arbeit des japanischen Fotografen Tsukasa Yajima wichtig. Er zeigt uns einen besonderen Einblick in das Leben der Frauen im sogenannten „Haus des Teilens“, den er während seines dortigen Aufenthalts (2003 – 2006) erhielt.

Der koreanische Film „63 Years On“ (Regie: Kim Dong-Won) sowie die Fotos und Erfahrungen Tsukasas führen uns in die Thematik ein und veranlassen eine Auseinandersetzung mit den Berichten einiger Augenzeugen und deren Erfahrung der Geschichte. Die Moderation wird von Nataly Jung-Hwa Han vom Korea-Verband Berlin übernommen. Die Ausstellung ist bis Ende 2017 während der Öffnungszeiten der MONAliesA zugänglich.

Juni

Jüdische Woche 2017

Mo., 19.06., 19 Uhr: „Was die Männer eingerissen haben, haben die Frauen aufgebaut.“ Bettina Brenner und die bürgerlich-jüdische Frauenbewegung in Leipzig

Vortrag von Jeanette Rapp
Das soziale und frauenbewegte Engagement Bettina Brenners und der mit verbündeten Frauen in der Leipziger Jüdischen Gemeinde während der Jahre der Weimarer Republik.

Der Vortrag widmet sich dem Wirken Bettina Brenners, der exponiertesten Vertreterin der bürgerlich-jüdischen Frauenbewegung in Leipzig. In der Nachfolge Bertha Pappenheims stand sie von 1924 bis 1933 an der Spitze des Jüdischen Frauenbundes in Deutschland.

Konsequent setzte sie sich im Bündnis mit anderen herausragenden Frauen-persönlichkeiten für die Aufwertung der Rolle der Frau durch soziale Verantwortungs-übernahme ein und leistete einen entscheidenden Beitrag zur Stärkung der Rechte von Frauen in der jüdischen Gemeinde und deren Vertretungskörperschaften.
Im Gegensatz zur männlich dominierten Gemeindevertretung deren Zusammenarbeit aufgrund divergierender Interessenlagen hochgradig konflikthaft verlief, stellten sich die unterschiedlich politisch und religiös orientierten Frauengruppen koordiniert den hsenden Probleme der Benachteiligung und Bedürftigkeit von Frauen, Kindern und Jugendlichen in der Messestadt.

Mai

Ladiyfest Leipzig 2017

Fr., 19.05., 10-17 Uhr (mit Pause, 20 Uhr: Werkstattpräsentation im Zxrx): Kreativ Schreiben/TheaterPerformance Workshop „Imagination Krise Wirklichkeit“

Der Workshop ist eine Kolaboration der Zeitschrift PS:Anmerkungen zum Literaturbetrieb/Politisch Schreiben und der Theatermacherin Ani Lachnitt.
„Imagination Krise Wirklichkeit“ lautet das Thema der kommenden Ausgabe von PS.
Davon inspiriert wollen wir im Rahmen des Ladyfests gemeinsam mit euch Theatertexte erarbeiten, daraus Kurzstücke entwickeln und performen.

Das Theater als Kunstform sowie gesellschaftskritischer Spiegel lebt von Imagination, um Wirklichkeit fassbar zu machen und gleichsam eine neue Realität zu schaffen.
Wenn ich schreibe oder schauspiele, imaginiere ich bestimmte Situationen, Gefühle, Prozesse. Ein künstlerischer Weg von der Vorstellung über die Krise hin zur Realisation.

Während im Theater die Krise Teil eines kreativen Schaffensprozesses ist, wird sie oft als manipulatives Mittel eingesetzt – meistens, um Ängste zu schüren: „Das Boot ist voll“-Rhetorik, die absurde Sorge um ein „europäisches Abendland“ oder der „Brexit“ als Konsequenz solchen Ängsteschürens sind nur einige Beispielen von vielen.
Mit unserem Workshop verführen wir euch dazu, die Krise zu nutzen und mit ihr in eine kreativ-kritische Auseinandersetzung zu gehen.

Den Workshop gliedern wir in zwei Teile: Am Vormittag erarbeiten wir mit Methoden aus dem kreativen Schreiben kurze szenische Texte, welche am Nachmittag als Kurzstücke inszeniert und am Abend als Werkschau präsentiert werden.

Eingeladen sind: Frauen Lesben Trans Intersexpersonen
Teilnehmer*innenzahl: max. 15, Anmeldung an: katherin.bryla@yahoo.com

Es sind keine Vorkenntnisse notwendig.

Angeleitet von:

Ani Lachnitt (Theaterpädagogin, Regisseurin), freischaffende Theaterpädagogin/Regisseurin/Performerin. Theaterstudium an der UDK Berlin/Sozialpädagogikstudium an der HTWK Leipzig. Mitarbeit u.a. am Theater an der Parkaue- Kinder- und Jugendstaatstheater Berlin, Schauspiel Weiden, Das letzte Kleinod, Theaterdialog, Shakespeare Company Berlin, Mikub. e.V., Frauen- und Lesbenzirkus Tentabulles. Zudem tätig als CoProjektleiterin im Theaterspielraum Bethanien sowie als Cogründerin und Produktionsleitung für Melon Rouge Varieté Shows.

Kaśka Bryla (Schriftstellerin, Redakteurin von PS), freischaffende Schriftstellerin, studiert am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Austauschjahr an der Universität der freien Künste in Berlin – Szenisches Schreiben. Mitbegründerin der Literaturzeitschrift PS. Teil des Netzwerks NIDS (Neues Institut für dramatisches Schreiben). Mitbegründerin des Theater/Performancekollektivs: Institute for Implicit Revulsion.

Der Workshop wird gefördert vom Referat für Gleichstellung&Lebensweisenpolitik Stura UL.

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Sa., 20.05., 19 Uhr: Mithu M. Sanyal: „Vergewaltigung. Aspekte eines Verbrechens“

Am Thema Vergewaltigung entzünden sich immer wieder erbitterte Debatten, manifestiert sich die Haltung der gesamten Gesellschaft gegenüber Geschlecht, Sexualität und Verletzbarkeit. Doch trotz breiter medialer Berichterstattung gibt es bis jetzt keine umfassende, sachliche Auseinandersetzung mit diesen Zusammenhängen. Mithu M. Sanyal schließt diese Lücke.
Sie zeichnet nach, wie wir als Gesellschaft über Vergewaltigung reden und wie sich das wiederum auf die Realität von Vergewaltigung auswirkt. Beim Sprechen über sexuelle und sexualisierte Gewalt halten sich hartnäckig die Vorstellungen von aktiver, aggressiver Männlichkeit und passiver, bedrohter Weiblichkeit. In diesem Zusammenhang betrachtet Sanyal auch die Rolle, die Rassismus spielt, was sexuelle Selbstbestimmung und Konsens wirklich bedeuten, und wie über die Jahrhunderte nicht nur Sexualität, sondern auch Gewalt gegendert wurde.
Von Aristoteles bis #aufschrei und #ausnahmslos, über Foucault, feministischen Kämpfe um die Anerkennung von Vergewaltigung bis hin zu Gina-Lisa Lohfink geht Sanyal der Frage nach, wie Vergewaltigung gesellschaftlich verhindert werden kann. Was heißt »Nein heißt nein«? Was heißt »ja heißt ja«? Und welche Debatte müsste sich jetzt an die Reform des §177 StGB anschließen?

Vortrag und Diskussion mit Mithu Sanyal im Rahmen des Ladiyfests Leipzig 2017.

Sa., 13.05. 11 – 18 Uhr: Feministische Lektüren: Das Politische in der Literatur.Tagesseminar

Ein Roman ist kein Theorietext und das Politische nicht einfach in Literatur übersetzbar. Dennoch kann Literatur feministisch wirken. Auf welche Weise? Wir nähern uns der Frage durch gemeinsame Lektüre und Diskussion um Inhalt, Form und Sprache. Tagesseminar mit Anna Kow (outside the box).

Die TN werden gebeten, den per Mail verschickten Reader im Voraus zu lesen. Verbindliche Anmeldung bitte bis zum 15. April an monaliesa_leipzig@gmx.de . Max. TN-Zahl: 12. Spendenbeitrag 3-5 Euro

April

Mi., 05. April 2017, 19 Uhr: Hanna Wettig: Kairo, Köln, Leipzig: Übergriffe auf Frauen als Ausdruck islamistischer Ideologie

Vergewaltigung und sexuelle Übergriffe sind Ausdruck von Sexismus und Frauenverachtung. Das gibt es leider in fast allen Kulturen. Sie sind aber weder naturgegeben noch kultureigen, sondern Nebenprodukt patriarchaler Ideologien.
In islamisch geprägten Ländern ist seit gut 35 Jahren eine frauenverachtende Ideologie besonders wirkmächtig. Der Islamismus hat seit den 1980er Jahren das gesellschaftliche Leben dort verändert. Auch in Europa agitieren seine Vertreter junge Migranten. Sie predigen, dass eine Frau allein auf der Straße und nackt (also ohne Kopftuch) solche Übergriffe hervorruft oder sogar vergewaltigt werden will.
Dass Männer, die solcher Agitation ausgesetzt sind, sexuell übergriffig werden wie Silvester 2015 oder wie auch im Conne Island in Leipzig, ist wenig erstaunlich. Trotzdem wurde dieser Zusammenhang von bestimmten feministischen Kreisen von vornherein bestritten. Man wollte nicht in eine rassistische Falle tappen. Doch genau diese Haltung affirmiert die Position, Herkunft sei wichtiger als Politik.
In dem Vortrag werden der misogyne Gehalt des Islamismus beleuchtet und feministische Positionen aus arabischen Ländern vorgestellt, die sich dem entgegenstellen. In der Diskussion soll es darum gehen, wie wir eine antirassistische feministische Position entwickeln können, die sich solidarisch zu solchen feministischen Kämpfen verhält.

März

Buchmesse 201

Fr., 24. März 2017, 20 Uhr: Lesung und Diskussion zum Thema der PS#2 „Genie wider Kollektiv“ (Leipzig liest 2017/Buchmesse

Lesung aus den Essays der zweiten Ausgabe der Literaturzeitschrift PS: Anmerkungen zum Literaturbetrieb/Politisch Schreiben von: Maxi Obexer, Saša Ivanova, Josh Fenzl, gender et alia, jiaspa_joshua möbe, Joke Janssen, Suy Lan Hopmann, Kaśka Bryla, Olivia Golde, Max Czollek, Deniz Utlu (Autor*innen). Wir diskutieren gemeinsam mit Autor*innen und Publikum über das Thema der zweiten Ausgabe „Genie wider Kollektiv“, über Literatur, Theater, das Politische darin und wie es anders laufen könnte. Die Veranstaltung richtet sich an alle, die Literatur schreiben, verwerten, damit Geld machen und wie PS, bei all dem immer schon einen Tiger im Hirn hatten. Weitere Informationen zu PS und alle Texte findet ihr unter http://www.politischschreiben.net/

Sonntag, 26. März 2017, 15 Uhr: Nadine Kegele liest aus „Lieben muss man unfrisiert“ (Leipzig liest 2017/Buchmesse)

Protokolle nach Tonband
40 Jahre nach Erscheinen von Maxie Wanders Bestseller „Guten Morgen, du Schöne“ ist es Zeit für eine Neubefragung. Welches Selbstverständnis haben Frauen* heute, mit welchem Rollenbild werden sie erwachsen und was wollen sie verändern? 19 Frauen* zwischen Madrid und Berlin, zwischen 16 und 92 Jahren erzählen ungeschönt und mit viel Humor aus ihrem Leben, von ihren Ängsten und Sorgen, von falschen, richtigen und notwendigen Entscheidungen und davon, was es braucht, um glücklich zu sein. Nadine Kegele hat in ihrem Buch höchst heterogene und spannende Lebenswelten vereint. Sie alle machen deutlich, dass sexuelle Übergriffe und Diskriminierung, Krieg und Flucht, Rassismus und soziale Ungleichheit auch heute noch die großen Lebensthemen sind. (Kremayr&Scheriau Verlag)

Feministischer Kampftag 2017

Di., 07.03., 19:00 Uhr: Antisemitismus und Sexismus – historisch-gesellschaftliche Konstellationen

Referentin: Dr. Karin Stögner
In ihrem Buch entfaltet Dr. Karin Stögner eine materialistische Kritik an Ideologien und analysiert die strukturellen und funktionalen Gemeinsamkeiten von Antisemitismus und Sexismus. Auf Grundlage der Kritischen Theorie und der Psychoanalyse geht sie den Trugbildern von „Weiblichkeit“ und „Jüdischsein“ nach und verweist auf deren Verstrickungen. Antisemitismus und Sexismus werden als Ideologien nicht ins Subjekt verlegt, sondern als gesellschaftlich vermittelte und verselbständigte Ideen begriffen, deren Funktion die Rechtfertigung ungerechter gesellschaftlicher Zustände ist. Dabei sind Ideologien auch als Praxis zu verstehen.

Karin Stögner entwickelt vor solcher Einbettung von Antisemitismus und Sexismus im gesellschaftlichen Gesamtzusammenhang eine Kritik an der Kampagne BDS sowie an sogenannten „pinkwashing“-Vorwürfen. Zudem kritisiert sie vor dem Hintergrund der Kritischen Theorie ein politisches Intersektionalitätskonzept, welches Jüdinnen und Juden implizit als Vertreter_innen weißer Suprematie sieht und auf dieser Grundlage Israel delegitimiert.

Eine Veranstaltung von outside the box und MONAliesA im Rahmen des Feministischen Kampftags 2017.

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2016

Dezember

Di., 06.12., 19:00 Uhr: Chick Lit – young feminist writers: Lektorin werden – Lektorin sein. Betrachtung des Berufes aus feministischer Perspektive

Referentinnen: Heidi Stecker, Susan Wille

Hinter jedem Buch steckt mindestens ein_e Lektor_in. Stil, Form und auch Inhalt wird durch Lektor_innen geprägt, sie sind wichtige Akteurinnen im Entstehungsprozess eines Buches.  Wir haben zwei Lektorinnen eingeladen, um mit ihnen über ihre Tätigkeit zu sprechen. Zum einen wird es uns um ihre konkrete Arbeit und die Fragen danach gehen, wie man Lektorin wird, wie man Aufträge erhält, welche Bezahlung eingefordert werden kann –  und muss. Welche Netzwerke sind sinnvoll, welche Freuden und Schwierigkeiten bringt der Beruf mit sich? Zum anderen interessiert uns die politische Dimension: Wählen die Lektorinnen nach feministischen Standpunkten aus? Wie können diese in die Arbeit einfließen? Wie steht es um das Geschlechterverhältnis in diesem Beruf und ist eine gewisse Solidarität zwischen den Freiberuflerinnen erkennbar? Diese und weitere Fragen sollen anhand der Erfahrungen auf dem Podium und im Publikum diskutiert werden.

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November

Fr., 4.11.,18:30 Uhr: Nein heißt Nein!“ – Die Reform des Sexualstrafrechts als feministischer Erfolg, ihre Schattenseiten und was weiter zu tun ist

Vortrag und Gespräch mit Dr. Ulrike Lembke zum Sexualstrafrecht
Achtung! Ort: Felix-Klein-Hörsaal, Paulinum (5. Etage), Campus der Universität Leipzig

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung und dem Fachschaftsrat Jura im Rahmen seiner Veranstaltungsreihe Recht//Überlegt

Am 7. Juli 2016 hat der Bundestag entschieden, dass Sexualstrafrecht grundlegend zu ändern. Mit der Umsetzung von „Nein heißt Nein!“ kommt es künftig auf das (fehlende) Einverständnis der Betroffenen an. Damitwird die sexuelle Selbstbestimmung in den Mittelpunkt gestellt und nicht die Frage von Gewalt und Widerstand oder nach dem richtigen oderfalschen Verhalten des Opfers. Diese Reform ist das Ergebnis jahrelanger feministischer Kämpfe und ein großer Erfolg!

Doch es gibt auch Schattenseiten: Die bundespolitische Debatte kam erst nach den Vorfällen in der Silvesternacht 2015/16 in Köln richtig in Gang und zwar hauptsächlich durch Gruppen und Personen, die sich zuvor wenig um sexuelle Autonomie gekümmert haben. Feministische Positionen wurden dabei rassistisch vereinnahmt; mit der
Sexualstrafrechtsreform wurden dann Verschärfungen des Asylrechts verbunden. Auch wurden und werden in der Diskussion um die Reform immer wieder erschreckende sexistische Positionen geäußert. Davon ist die Rechtsprechung keineswegs ausgenommen – die Notwendigkeit zur Reform beruhte auch wesentlich auf Gerichtsurteilen, die von
Geschlechterstereotypen und Vergewaltigungsmythen geprägt waren. Ein Gesetz allein kann solche gesellschaftlichen Probleme nicht lösen.

Wie ist die neue Rechtslage, was ist der große Fortschritt? Warum sind die Debatten über und nach „Köln“ unvereinbar mit feministischen Politiken? Was muss jetzt weiterhin getan werden, damit ein Nein auch wirklich Nein bedeutet oder noch besser: damit Menschen enthusiastisch Ja zu sexuellen Interaktionen sagen können?

Dr. Ulrike Lembke ist Rechtswissenschaftlerin und derzeit an der Universität Greifswald tätig; zudem arbeitet sie als Expertin für Gender Equality Law für die Europäische Kommission. Sie hat in der ersten Jahreshälfte Gruppen und Parteien beraten, die ohne
rassistische Untertöne an der Sexualstrafrechtsreform arbeiten wollten, und einige rechtspolitische Texte veröffentlicht, u.a.
http://www.legal-gender-studies.de/sexuelle-uebergriffe-im-oeffentlichen-raum-rechtslage-und-reformbedarf und
http://verfassungsblog.de/warum-die-reform-des-sexualstrafrechts-keine-ist/.

So. 6.11., 15:00 Uhr
Über die Schwierigkeit, Objekte zu bilden. Lesung

Vom Streit um Geschichte ausgehend, stellen drei Redakteurinnen der outside the box- Zeitschrift für feministische Gesellschaftskritik einen Text aus der neuen Ausgabe vor, einen Reprint: Barbara Sichtermanns „Mit dem Silbermesser zerteilt“ (1983). Ausgehend von den Revolten der frühen 1970er Jahre, die auch um die Befreiung der weiblichen Sexualität rangen, geht Sichtermann noch einen Schritt weiter: Folgt aus der Befreiung der Sexualität automatisch die Befreiung der Einzelnen, der Geschlechter? Auf der Suche nach dem Unabgegoltenen in Sichtermanns Text laden wir euch ein, mit uns zu lesen und zu diskutieren.

Der Text erschien in: Barbara Sichtermann, Weiblichkeit. Zur Politik des Privaten, Wagenbach Verlag, 1983.

Eine Veranstaltung anlässlich der Hirschfeld-Tage 2016.

Mo., 14.11., 19:00 Uhr: Hilfe und Unterstützung bei sexualisierter Gewalt

Referentinnen: Susanne Hampe (Frauen für Frauen e.V.), Nadine Maiwald (Anwältin)
Vortrag über Möglichkeiten der Unterstützung für Betroffene sexualisierter Gewalt und Vorstellung lokaler Beratungs- und Hilfestrukturen. Weitere Informationen auf monaliesa.de und facebook.

So, 27.11., 16:00 Uhr: Neurechte Rhetorik im Kreuzzug gegen Feminismus und Gender

Unter dem Kampfbegriff der „Reconquista maskuliner Ideale“ ziehen neurechte Agitatoren gegen Feminismus und Gender zu Felde. Die Geschlechterpolitik ist im Zentrum rechter Ideologien angekommen, und das nicht von ungefähr: Ist doch die Ungleichheit der Geschlechter eine Art Blaupause für jede Propaganda der Ungleichheit. Rechter Diskurs und die Alltagsrhetoriken einer patriarchal gesättigten Kultur verschaffen einander dabei gegenseitig Resonanz und Plausibilität.

Die rechte Ideengeschichte lässt sich als ein Ineinandergreifen von politischer Ideologie und einem rhetorischen Programm beschreiben, das von Tradierung und Erneuerung gleichermaßen geprägt ist. Eine zentrale Konstante ist die Verknüpfung politischer Programmatik mit geschlechtlichen (Selbst)bildern, Metaphern und Assoziationsverkettungen. Das umfasst Aspekte wie eine idealisierte männliche Autonomie, das Menetekel gesellschaftlicher Verweiblichung, kriegerische Selbstbehauptung, Verschmelzungsphantasmen mit Mutter Erde oder das Motiv des Vatermordes als Vaterlandsmord. Dem kontrastiert die Bilderwelt patriarchal verbürgter guter Ordnung und unerschütterlicher Männlichkeit. So entsteht ein semantisch vermittelter Wohlfühlraum in der Inszenierung geschlechtlicher Ungleichheit.

Auf der Basis solcherart vergeschlechtlicher Wertungssysteme delegitimiert diese Rhetorik subtil und suggestiv demokratische Fundamente wie Gleichheit, Friedfertigkeit und soziale Verantwortung im Namen männlicher Selbstbehauptung. Diese Botschaft erhält und erneuert sich in den diskursiven Entwicklungen rechter Programmatik und Rhetorik.

Referentin: Dr. Gabriele Kämper, Literaturwissenschaftlerin und Leiterin der Geschäftsstelle Gleichstellung des Landes Berlin

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Oktober

Di., 11.10., 19:00 Uhr
Das Unbehagen mit dem Sternchen. Feministische Sprachkritik ist mehr als eine Frage der Zeichen

Die richtige Verwendung von Sprache ist politisch ein umkämpftes Feld. Insbesondere die feministische und die queere Szene fordern adäquate sprachliche Repräsentation. Unterschiedliche Vorschläge wurden in den letzten Jahr(zehnt)en gemacht, um mehr als nur Männer – mitunter auch Frauen – sichtbar zu machen: das Binnen-I, das Sternchen und der Unterstrich sind wohl die bekanntesten. Dagegen richten sich immer wieder selbsternannte »Sprachwahrer«, denen jede Veränderung der Sprache als kultureller Verlust gilt. Im Vortrag sollen diese Reaktionen kritisiert und erklärt werden, warum feministische Sprachkritik wichtig ist. In feministischen und queeren Zusammenhängen scheint jedoch bisweilen die Frage nach der richtigen Form zu Ungunsten der Argumente in den Mittelpunkt zu rücken. Wir wollen uns daher einer feministischen Sprachkritik annähern, die sich einer einseitigen Betonung der Form entzieht.

Eine Veranstaltung des Antifaschistischer Frauenblock Leipzig (afbl.org) im Rahmen der Kritischen Einführungswochen.

So., 23.10., 16:00 Uhr
„Gib auch uns ein Recht auf Leben!“ – Radclyffe Halls „Quell der Einsamkeit“: Kritische Lesung und Diskussion

„Quell der Einsamkeit“, ein Klassiker lesbischer Literatur, wurde kurz nach der Veröffentlichung 1928 gemäß dem britischen „Obszönitätsparagraphen“ verboten. Dennoch wurde Stephen Gordon – eine Butch, wie sie im Buche steht – rasch zu einem Vorbild lesbischer Lebensform. Radclyffe Halls Plädoyer für Toleranz fußt auf der zeitgenössischen sexualwissenschaftlichen Annahme, wonach Lesben und Schwule eine Laune der Natur seien, ein drittes Geschlecht, dem Anerkennung nicht länger verwehrt werden dürfe. Diese Legitimierung homosexueller Liebe ähnelt überraschend den „Born this way“- Bannern auf heutigen CSDs. Ist der Kampf um Anerkennung nicht anders zu rechtfertigen als durch Biologismen alter und neuer Prägung, die die Frage nach den gesellschaftlichen Bedingungen von Begehren für überflüssig erklären? Die Lesung bietet einen Eindruck, welche Vorstellungen von lesbischer Liebe und Sexualität in „Quell der Einsamkeit“ vermittelt werden, und geht der Frage nach, wie viel politischer Sprengstoff heute noch in diesem Roman und seinen Forderungen steckt. Eine Veranstaltung im Rahmen des Leipziger Festivals der Lesbischen Lebenskunst. Referentinnen: Koschka Linkerhand, Sabrina Zachanassian

Mi., 26.10., 19:00 Uhr
Lieselott Herforth. Die erste Rektorin einer deutschen Universität.

Buchvorstellung und Lesung mit Waltraud Voss
Diese erste umfassende Biographie anlässlich ihres 100. Geburtstags zeichnet den
Werdegang der Pionierin nach. Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung der Uni Leipzig

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September

Fr., 09.09.16, 9:00 Uhr
Exkursion nach Chemnitz: Auf den Spuren von Irmtraud Morgner

Die Schriftstellerin Irmtraud Morgner ist in Chemnitz weitgehend unbekannt – obwohl sie 1933 dort geboren wurde und ihre Kindheit und Jugend verbrachte. In ihren großen Romanen widmet sie sich unversperrt dem Thema Mensch und Gesellschaft, und dabei besonders dem Verhältnis zwischen Mann und Frau. Aus dem Lebensalltag der ehemaligen DDR heraus entwickelt sie visionäre Lebensträume. Wir wollen bei unserem Stadspaziergang einige ihrer wichtigsten Lebensstationen in Chemnitz aufsuchen, u. a.: ihre Geburtsstätte, den Wohnort der Familie mit Kirche und Schule im Umfeld, das Gymnasium und die Lila Villa als Sitz der heutigen Irmtraud-Morgner-Tafelrunde.
Wir werden begleitet von Martina Wutzler, Architektin und Stadtführerin in Chemnitz, außerdem Mitglied der Irmtraud-Morgner-Tafelrunde

Abfahrt in Leipzig nach Chemnitz (Zug): 9 Uhr

max. 20 TeilnehmerInnen
12-15 € nach Selbsteinschätzung
Anmeldung und Informationen unter monaliesa_leipzig@gmx.de

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Juli

Mi., 06.07.2016, 19:oo Uhr
Ohne Papiere – trotzdem versorgt?? Medinetz Leipzig stellt sich vor

Das Medinetz Leipzig vermittelt medizinische Behandlung für Menschen ohne Aufenthaltsstatus und ohne Krankenversicherung und macht sich politisch stark für eine Verbesserung der Gesundheitsversorgung dieser Gruppen. Die nichtstaatliche, antirassistische Organisation vermittelt und berät kostenlos und anonym.
Das Medinetz wird sich an diesem Abend vorstellen und die Situation beschreiben, aus der heraus das Netzwerk gegründet wurde, wie es organisiert ist und welche konkreten Aufgaben die Organisation übernimmt. Außerdem geben die beiden anwesenden MitarbeiterInnen vom Medinetz einen Überblick zur rechtlichen Lage und gehen im Anschluss auf die Probleme der praktischen Umsetzung ein: Wie ist die Gesundheitsversorgung von papierlosen Menschen geregelt bzw. ist sie das in der Praxis überhaupt? In wie weit unterscheidet sich die medizinische Versorgung von registrierten Asylsuchenden zu Menschen ohne Papieren in der praktischen Umsetzung? Welche Personengruppen können über das Medinetz in ärztliche Behandlung kommen und wie? Rechtliche Grauzonen bzw. ein Auseinanderklaffen von theoretischer Zusicherung ärztlicher Versorgung und praktischer Hilfeleistung werden thematisiert wie auch die Frage: Ist es nicht vielmehr die Aufgabe der Politik, zu gewährleisten, dass alle Menschen einen barrierearmen Zugang zu ärztlicher Versorgung haben?
Zu Gast ist auch die Gynäkologin Dr. Eva Klatte. Sie arbeitet mit dem Medinetz zusammen und gibt einen Einblick sowohl in die Situation von Patientinnen und behandelnden ÄrztInnen. Über welche Wege kommen die Frauen in ihre Praxis mit welchen Anliegen? Was erschwert die Behandlung der Frauen? Mit welchen rechtlichen Grauzonen und juristischen Fragen muss die Ärztin umgehen? Wie viel Improvisation ist nötig wenn es darum geht, Frauen ohne Papiere zu behandeln? Und: Sollte es nicht eher Aufgabe der Politik sein, Lösungen zu finden?

Juni

Do., 17.06.16, 19:00 Uhr
„Sexarbeit“ – (k)eine Arbeit wie jede andere?!
Eine Begriffsverschiebung und die Auswirkungen auf den Prostitutionsdiskurs

Veranstaltung mit Anita Kienesbauer

Prostitution wird oft als unabänderliche gesellschaftliche „Notwendigkeit“ betrachtet, quasi zum Mensch sein gehörend, obgleich sie ein „Dienst am Mann“ ist.
Genau deshalb soll diese kulturelle Praxis als etwas Normales akzeptiert und diskutiert werden.
Die Auswirkungen dieses Normalisierungsdiskurses auf die Gesellschaft werden dabei außer Acht gelassen wie auch bestehende Macht- und Gewaltstrukturen, die dem Patriachat innewohnen.
Der angeblich menschenfreundliche postfeministische Diskurs bagatellisiert „Sexarbeit“ zur normalen Lohnarbeit und entpuppt sich damit als frauenfeindlich!
Die Veranstaltung tritt den Beweis an, warum Prostitution keine Normalität ist.

Fr., 03.06.16, 18:00 Uhr
Die Frauen von Ravensbrück
Geschlechterbilder im Ravensbrück-Gedächtnis

Die öffentliche Erinnerung an das Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück (1939-1945) ist von unterschiedlichen Geschlechterbildern geprägt. Welche Vorstellungen von Weiblichkeit, welche visuellen Klischees prägen die Ravensbrück-Narrative? Ist es das Bild der domestizierten, opferbereiten Frau und Mutter, das in der Figur des Ravensbrück-Häftlings stets erneut festgeschrieben wird? Oder sind auch andere Weiblichkeitskonstruktionen – wie die von der devianten und asozialen Frau – virulent? Identitäts- und Erinnerungspolitiken sind in hohem Maße, so die These, von Geschlechterbildern unterschiedlicher Provenienz geprägt.

Der Vortrag nimmt in erster Linie Phänomene und Entwicklungen des Ravensbrück-Gedächtnisses im deutschsprachigen Raum in den Blick und diskutiert Geschlechterbilder in der Literatur, der Denkmalskunst und der Praxis des Gedenkens.

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Mai

Donnerstag, 12.05.16, 19 – 21 Uhr
Frauenkörper neu gesehen. Ein illustriertes Handbuch. Lesung und Diskussion mit Laura Méritt (Berlin)

Wie Frauen sich selbst und ihren Körper sehen, soll in der Lesung mit
Laura Méritt zur Neuauflage des Buches „Frauenkörper neu gesehen“
diskutiert werden. Das illustrierte Handbuch zeigt den weiblichen
Körper jenseits von Schönheits- und Körpernormen und will durch
Darstellungen der weiblichen Anatomie jenseits von
hegemonial-medizinischem Wissen Frauen ermutigen, sich ihren Körper
selbstbestimmt anzueignen. Entstanden während der weltweiten
Frauenbewegung zum Recht auf körperliche Selbstbestimmung, sollte das
1982 erstmalig in den USA, dann 1987 in der BRD erschienene Buch
mithilfe von Selbstuntersuchen anleiten, die eigene Körperlichkeit und
Sexualität mit konkretem Wissen erfahrbar zu machen. Die Neuauflage
behandelt unter anderem sexuelle Identitäten, Körperaneignung,
Verhütung oder die Klitoris als sexuelles Organ und lädt zum eigenen
Blick auf den Körper ein. Dennoch wollen wir auch die Bedeutung des
sozialen Drucks zur Entsprechung normativer Schönheitsbilder zur
Debatte stellen – welcher trotz des vermeintlichen Ideals der
Selbstbestimmung aktueller ist denn je.

Do., 19.05.16, 19:00 Uhr
Ein Wurm mit Adlerflügeln, in der Küche Talg hackend. – Lesung mit dem AK Unbehagen

Was bedeutet „weibliche Subjektivität?“ Kann das überhaupt bestimmt werden? Wo Theorie abstrahieren muss, kann Literatur konkret werden. Sie kann am Beispiel nachvollziehen. Ambivalenzen und Widersprüche gelten lassen, Innenwelten sichtbar machen. Anhand von Werken Christa Wolfs und Ingeborg Bachmanns suchen wir nach Sichtweisen, Entwürfen und Beschreibungsversuchen. Wir erkunden subjektive Grenzen, schauen zurück in die Geschichte, finden Brüche und Widerstände, hören Stimmen und tasten nach Unsichtbarem.

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März

Leipzig liest-Programm

Donnerstag, 17.03.16, 17 Uhr
Lesung mit der „outside the box – Zeitschrift für feministische Gesellschaftskritik“

Die outside the box ist eine Ende 2008 in Leipzig gegründete Zeitschrift, die sich einer umfassenden Gesellschaftskritik mit feministischem Fokus verschrieben hat. Die Redakteurinnen lesen ausgewählte Texte der letzten fünf Ausgaben:
#1 Emanzipation
#2 Form
#3 Gebären
#4 Arbeit
#5 Streit
Weitere Informationen zum Heft und die Texte online zum Nachlesen (außer #5, noch nicht geschafft…) gibt es hier.

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Freitag, 18.03.16, 19:30 Uhr
Antje Rávic Strubel liest „Mädchen in Betriebnahme“ aus dem Band „Ein Haus mit vielen Zimmern“ (edition fünf)

Lesung und Gespräch mit Karen Nölle
Der Verlag edition fünf hat sich in den vergangenen sechs Jahren einen Namen mit Wiederentdeckungen von Werken aus weiblicher Feder gemacht. Werke, die international berühmt wurden, aber nicht auf deutsch erschienen waren oder zu schnell vom Markt verschwanden. Ein besonderer Schwerpunkt des Verlags sind ungewöhnliche Zusammenstellungen von Geschichten bekannter Schriftstellerinnen. So erschien im Herbst 2015 die Anthologie „Ein Haus mit vielen Zimmern“.

In den Erzählungen, Essays und Gedichten dieses Bandes lassen sich die Autorinnen beim Schreiben über die Schulter gucken. Sie entwerfen Geschichten zu dem Thema, beschreiben die Beziehung zu ihren Figuren, besingen ihre Arbeit mit der Sprache, denken über die Wirkung von Worten und Geschichten nach und plaudern aus der Werkstatt des Büchermachens. Sie äußern sich über den Beruf, mit dem sie sich ihren Lebensunterhalt und bisweilen auch Ruhm verdienen. Humorvoll, geistreich und immer unterhaltsam gewähren sie Einblicke in ihre Arbeit und das Verhältnis von Schreiben und Leben. Über die Erfahrungen, die junge Schriftstellerinnen im Literaturbetrieb machen, erzählt Antje R. Strubel in ihrem Essay „Mädchen in Betriebnahme“.

Antje Rávic Strubel wurde 1974 in Potsdam geboten. 2001 wurde sie in Klagenfurt mit dem Ernst-Willner-Preis ausgezeichnet. Sie hat mehrere Romane und Hörspiele veröffentlicht und erhielt zahlreiche Literaturpreis und Stipendien. Herausgeberin Karen Nölle spricht mit Antje R. Strubel über den Umgang des Literaturbetriebs mit weiblichen Talenten. Ausgangspunkt für das Gespräch ist Strubels Lesung aus ihrem Essay „Mädchen in Betriebnahme“.

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Samstag, 19.03.16, 16:00 Uhr
Charlie Kaufhold liest aus „In guter Gesellschaft. Geschlecht, Schuld und Abwehr in der Berichterstattung über Beate Zschäpe“ (edition assemblage)

Eine putzige Diddl-Maus mit rosa Hauspuschen (Süddeutsche Zeitung) oder ein Teufel, der sich zu Prozessbeginn schick gemacht hatte (Bild-Zeitung) – in der Berichterstattung über Beate Zschäpe gibt es wenig Erkenntnis über ihre Rolle im NSU. Das einzige, was gesichert scheint, ist: Zschäpe ist eine Frau, und das ist relevant. In diesem Buch werden erstens anhand eines repräsentativen Ausschnitts der Zeitungsberichterstattung die Darstellungsweisen von Zschäpe – insbesondere in Hinblick auf Geschlecht – genau betrachtet. Zweitens wird der Frage nachgegangen, wie diese spezifische Form der Berichterstattung historisch und politisch zu verstehen ist. Dazu werden Verbindungslinien zu dem Umgang mit TäterInnenschaft und Schuld in Anschluss an den Nationalsozialismus gezogen und der Blick auf die Dominanzgesellschaft gerichtet. Diese erhält durch die vergeschlechtlichte Berichterstattung über Zschäpe die Möglichkeit, sich nicht mit eigenen (rassistischen) Strukturen beschäftigen zu müssen.

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Samstag, 19.03.16, 19:00 Uhr
Gertraud Klemm liest aus „Muttergehäuse“ (Kremayr und Scheriau)

Eine Frau will ein Kind, aber ihr Körper versagt es ihr. Also nimmt sie den Kampf gegen sich selbst auf und macht ihren Körper zum Feind. Als sie sich zur Adoption eines afrikanischen Kindes entscheidet, ist ihr Defizit für alle sichtbar. Freunde werden zu Leuten und Leute zu Fremden. Die Mühlen der Bürokratie tun ihr Übriges. Ein kämpferischer Roman, ein Plädoyer für ein Leben abseits der Norm. Gertraud Klemm ist Meisterin darin, der Gesellschaft einen schonungslosen Spiegel vorzuhalten. In wütender und poetisch kraftvoller Sprache, geht sie ihren Figuren auf den Grund, bis sie vollkommen entblößt sind und nackt vor uns stehen.

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Sonntag, 20.03.16, 12:00 Uhr
Lesung aus Sammelband „O Mother, Where Art thou?“ über (queer-)feministische Perspektiven auf Mutterschaft und Mütterlichkeit (Westfälisches Dampfboot) + Brunch

Die Herausgeberinnen lesen aus ihrem brandneuen Sammelband, der interdisziplinäre Beiträge um den scheinbar veralteten Begriff der „Mutter“ bündelt. Sie werden einen feministischen Blick auf aktuelle Debatten um Care Work, Reproduktion, queer politics und die Veränderung der Geschlechterverhältnisse. Es wird einen kleinen Brunch geben, damit alle ausschlafen können, aber nicht auf Frühstück verzichten müssen!

Zum Buch:

Mutterschaft und Mütterlichkeit stehen als Begriffe, sozialhistorische Phänomene und kulturelle Imaginationen im Zentrum des interdisziplinären Sammelbands. Aktuelle Debatten um Care Work, Reproduktion, queer politics und vertikale, weibliche Beziehungen werden in diesem Band anhand des nur scheinbar veralteten Begriffs der Mutter gebündelt, um ihn als Brennpunkt feministischer Auseinandersetzung zu nutzen. Die Autor innen formulieren mit grundlegend feministischen Perspektiven ihre Kritik an sozialen Rollenbildern sowie deren gesellschaftlicher und politischer Reproduktion.Mit Beiträgen unter anderem von Dorothee Beck, Sarah Diehl, Sabine Dreßler, Barbara Duden, Judith C. Enders & Mandy Schulze, Bettina Haidinger, Lisa Malich, Sarah Speck, Tove Soiland und Ann-Madeleine Tietge. Herausgegeben von Maya Dolderer, Hannah Holme, Claudia Jerzak, Ann-Madeleine Tietge.

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Februar

Mi., 17. Februar, 19:00 Uhr
Film: Limonlu kahve – Kaffee mit Zitrone

Die fünf Sexarbeiterinnen weiße Tulpe, neuer Frühling, Rosebud, violette Hyazinthe und gelbe Lilie erzählen in diesem Dokumentarfilm von ihrer Kindheit und ihrem Weg in die Prostitution in der Türkei.

Eine von ihnen ist Ayşe Tükrükçü. Seit 2007 engagiert sie sich öffentlich in Istanbul für die Rechte von Sexarbeiterinnen. Sie wirkt in Dokumentarfilmen wie diesem mit, tritt in Talkshows auf, ist in Zeitschriften präsent. 2008 kam ihr Buch „hayatsiz kadın“ heraus, in dem sie ihr Leben erzählt.

Trotz all der Dinge, die ihr von anderen Menschen angetan wurden, setzt sich Ayşe selbstlos für andere ein und zeigt Gesicht.

Sie hat die Diagnose Eierstockkrebs bekommen und wir sammeln Spenden für die OP! Wir freuen uns im Namen von Ayşe über jede noch so kleine Spende und möchten den Abend nutzen, über sie und über die Missstände in der Türkei zu sprechen.

Der Eintritt ist auf Spendenbasis. Die Spenden gehen direkt und ohne Umwege an Ayşe.

Die Dokumentation ist auf Türkisch mit englischen Untertiteln und dauert 60 Minuten.

Spenden werden außerdem an diesem extra eingerichteten Spendenkonto entgegen genommen:

Name: Martina Batz Spendenkonto Ayşe
IBAN: DE96 5335 0000 3000 5749 01
BIC: HELADEF1MAR

Januar

So., 10.01.16, 16:00 Uhr
ChickLit – Young Feminist Writers: Übersetzen – unsichtbar und unpolitisch?

Referentinnen: Magda Wlostowska, Samanta Gorzelniak, Lena Dorn
Vortrag und Diskussion

Oft lesen wir Bücher, die nicht auf Deutsch verfasst wurden und demnach Übersetzungen sind. Oft ist uns das gar nicht bewusst. Auch wenig bekannt ist, dass die Übersetzungsarbeit schlecht bezahlt ist und meist von Frauen erledigt wird. Wir haben drei junge Übersetzerinnen eingeladen, um mit ihnen über ihre konkrete Arbeit zu sprechen. Wie kommt man eigentlich an Aufträge, welche Netzwerke sind sinnvoll, welche Schwierigkeiten ergeben sich beim Übersetzen und was macht Spaß dabei? Aber auch die politische Dimension des Übersetzens soll sichtbar werden: Was wird übersetzt – und was eben nicht mit welchen Konsequenzen? In welcher (Macht)Position befindet sich der/die ÜbersetzerIn? Diese und weitere Fragen sollen ausgehend von den eigenen Übersetzungen der Referentinnen, die sie vorlesen, diskutiert werden (tschechisch und polnisch).
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2015

Dezember

Sa./So., 12./13.12.15, 16:00 Uhr
Workshop zur Frauenbewegung, Gleichstellung und die List der Geschichte – Feministische Theorie und Praxis zwischen Vereinnahmung und Emanzipation

Würde man den zeitgenössischen Darstellungsformen des Weiblichen glauben, so belaufen sich die aktuellen Errungenschaften einer Frau anscheinend auf den Besitz teurer Handtaschen, eines Vibrators, eines Jobs, eines Appartements und eines Mannes – vermutlich in dieser Reihenfolge. Nina Powers. Nun bleibt die Frage: Wie sind wir an diesen Punkt gekommen? Und: reicht die sich demokratisierende Möglichkeit zur ungehemmten Anhäufung von Besitz zur wirklichen Gleichstellung der Geschlechter? Immerhin verbleibt trotz der Erfolge der zweiten Frauenbewegung in den 1970er Jahren – “>Einstieg in die Lohnarbeit, Institutionalisierung von Gleichstellung, Enttabuisierung von Sexualität und Körper –ein “fader Beigeschmack angesichts der ungebrochenen Erfahrung von ungleicher Bezahlung, Behandlung und Beziehungsaufteilung zwischen den Geschlechtern. Wo also lagen und liegen Fallstricke der historischen Emanzipationsbewegung geborgen und wie verändert diese Erkenntnis heutige Auseinandersetzungen? Diesen Spuren wollen wir zwei Tage lang in gegenwärtig relevanten Schriften aus “Wissenschaft, Journalismus und Popkultur (Nancy Fraser, Nina Powers, Laurie Penny, Andrea Trumann) folgen. Über eine Auseinandersetzung mit Feminismus, Gleichstellung und dem gegenwärtigen Geschlechterverhältnis werden wir gemeinsam versuchen Möglichkeitsräume für eine feministische Theorie und Praxis in der Gegenwart zu erschließen.
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Do., 10.12.16, 19:00 Uhr
“Hausdurchsuchungen”

Lesereihe des Deutschen Literaturinstituts Leipzig

Die Lesereihe der Studierenden des Deutschen Literaturinstituts Leipzig findet einmal im Monat an wechselnden Orten in Leipzig statt. Die Studierenden durchsuchen Räume, die schon welche sind, Räume, die erst welche werden und Räume, die nicht vor haben, einen Namen zu bekommen, mit ihren Lesungen. Im Dezember wird die MONAliesA durchsucht!
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November

12. November

Iranische Frauenbewegung und Kopftuchdebatte

Referentin: Mina Ahadi
Vortrag und Diskussion

Bei unserer Diskussionsveranstaltung mit der exil-iranischen Aktivistin Mina Ahadi wird es um die iranische Frauenbewegung gehen, außerdem werden verschiedene Argumentationsstränge der hiesigen Debatte um das Kopftuch analysiert und diskutiert.
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03. November

Rosemarie F. Kein Skandal. Einblicke in den sozialstaatlich-immobilienwirtschaftlichen Komplex

Referentin: Margit Englert, Moderation: Chris Rotmund
Lesung und Diskussion

Die Wohnungsfrage bedrängt viele Menschen und beeinträchtigt ihr Leben.
Rosemarie F. hat über ein Jahr lang um ihre Wohnung gekämpft. Sie starb zwei Tage nach ihrer Zwangsräumung, am 11. April 2013. Was Rosemarie widerfahren ist, ist kein Einzelschicksal. Im Buch werden die konkreten Abläufe im Zusammenhang mit den gesellschaftlichen Verhältnissen analysiert und mit aktuellen stadtpolitischen Diskussionen verknüpft. Das Buch ist vor allem ein Diskussionsbeitrag. Was behindert das friedliche Zusammenleben unterschiedlicher Menschen unter einem Dach? Wie können sich Menschen mit emanzipatorischem Ziel mit den Verhältnissen auseinandersetzen?
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25. Oktober

Leipziger Lesben im Visier der Staatssicherheit

Referentinnen: Barbara Wallbraun, Claudia Max
Vortrag und Gespräch

Waren homosexuelle Frauen in Leipzig vor 1989 interessant für eine Überwachung durch die Staatssicherheit?
Im Rahmen der Recherche für einen Dokumentarfilm über lesbisches Leben in der DDR beschäftigte sich die Filmemacherin Barbara Wallbraun auch mit Akten der Staatssicherheit in der Aussenstelle der BStU Leipzig. Letztes Jahr stellte sie ihren Zugang zum Thema und erste Ideen für einen Dokumentarfilm vor – hierzu wird es einen Zwischenstand geben. Vorrangig geht es in diesem Jahr um weiterführende Ergebnisse der Akten-Recherche. Barbara wird uns in einem Vortrag nahebringen, wie Leipziger Lesben überwacht wurden und welche Konsequenzen dies nach sich ziehen konnte.
Geplant ist im Anschluss ein Gespräch zwischen Co-Autorin Claudia Max und einer Zeitzeugin über deren Erfahrungen.
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19. August

Wir wollen uns lebend“ – Frauenmorde zwischen Ciudad Juárez und Mittelamerika// Feministische Gegenstrategien in Hiphop, Street Art und Performances.

Referentin: Kathrin Zeiske
Vortrag und Diskussion

Die steigende Zahl von Frauenmorden in Mexiko und Mittelamerika sind
durch Frauenhass und Machismus motiviert. Ihnen liegt einerseits die
Präsenz von Jugendbanden und Drogenkartellen in marginalisierten
Vierteln, Satellitenstädten und Gemeinden zugrunde; andererseits
gewaltförmige Geschlechterbeziehungen, die sich durch sämtliche
Schichten ziehen.
Dem alarmierenden Ausmaß von tödlicher Gewalt gegen Frauen leistet eine
nahezu absolute Straflosigkeit Vorschub – eine Folge der Verstrickung
staatlicher Institutionen in die organisierte Kriminalität, aber auch
der Existenz stigmatisierender Frauenbilder bis in die Regierungsspitzen
hinein.
Ciudad Juárez gilt als frühe Hochburg misogyner Gewalttaten, die heute
in der gesamten Region zu finden sind. Die Zivilgesellschaft der
mexikanischen Grenzstadt – allen voran Mütterorganisationen – hat aber
auch einen fundamentalen Beitrag geleistet, das Phänomen zu analysieren,
öffentlich zu machen und eine Verurteilung Mexikos durch den
Interamerikanischen Menschenrechtsgerichtshof zu erreichen.
Mit Repression und Militarisierung im sogenannten „Drogenkrieg“ haben
die Morde in Juárez noch zugenommen, gleichzeitig sind Femizide
mittlerweile in einer ganzen Reihe weiterer mexikanischer Bundesstaaten
zum Thema geworden. Die Statistiken führt unbestritten der Estado de
México an, der sowohl für führende Kartelle wie Regierungspartei von
strategischer Bedeutung ist.
Auch in den mittelamerikanischen Nachbarländern Guatemala, El Salvador
und Honduras hat vor dem Hintergrund der allgemeinen Gewalt der
Jugendbanden auch die Gewalt gegen Frauen im Besonderen zugenommen.
Doch trotz aller Schreckensmeldungen und omnipräsenter Gefahr wollen
sich Mädchen und Frauen nicht einschüchtern lassen und auch nicht den
stigmatisierenden Erklärungsansätzen von Regierungsseiten Glauben
schenken. So gibt es zahlreiche kreative, mutmachende und solidarische
Initiativen in Kunst, Theater, Hiphop, Street Art und sozialen
Netzwerken, die Frauenmorde abseits von sensationalistischen
Pressemeldungen zum Thema machen.
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10. Juli

Brigitte-Reimann-Spaziergang

Exkursion nach Hoyerswerda

Auf den Spuren der beiden SchriftstellerInnen Brigitte Reimann und Siegfried Pitschmann lesen Angela Potowski und Helene Schmidt Szenen aus den Büchern „Franziska Linkerhand“ und „Ankunft im Alltag“ an Orten, an denen die Autorin Szenen ansiedelte und von denen sie in ihren Tagebüchern und Briefen berichtete. Nach der Führung besuchen wir die Reimann-Begegnunsgstätte und trinken Kaffee in Reimanns ehemaliger Kaufhalle (Führung: Hoyerswerdaer Kunstverein).
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03. Juli

Ricardas Tochter

Referentin: Jutta Schwerin
Lesung und Gespräch

Jutta Schwerin erzählt in ihrer Autobiografie nüchtern, aber voller Empathie von der Flucht ihrer Eltern vor den Nazis nach Jerusalem, von ihrer Mutter Ricarda, die nach dem frühen Tod des Vaters allein für die Familie sorgen muss, von ihrer Kindheit in Israel und ihrem weiteren Leben in Deutschland. Die Lesung wird veranstaltet im Rahmen der „Jüdischen Woche 2015“.
Die Lesung musste leider entfallen.
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15. Juni 2015

Unsagbare Dinge: Sex, Lügen und Revolution

Referentin: Laurie Penny
Lesung und Gespräch

In ihrem neuen Buch spricht Laurie Penny das Unsagbare aus: Fucked-up Girls und Lost Boys, sexuelle Gewalt, Liebe und Lügen sind ihre Themen. Sie zeigt, dass Feminismus ein Prozess ist: Egal, wie man sich nennt – wichtig ist, wofür man kämpft. (eine Kooperation von Edition Nautilus, UT Connewitz, outside the box und MONAliesA)
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25. April 2015

Wendepunkt

Referentin: Ina Raki
Lesung und Gespräch

Gälte es heute eine Revolution anzuzetteln – wofür würdest du dich erheben?
Es gibt Träume, die Revolutionen auslösen: In diesem Jahr ist die Deutsche Einheit ein Vierteljahrhundert alt. Der Traum vom gesellschaftlichen Umschwung ging ihr voraus – wie viel davon ist uns geblieben? Wurden unsere Wünsche erfüllt? Wenn nicht: Können wir jetzt noch einmal Anlauf nehmen und das Unglaubliche wagen?
Die Frauen, die in diesem Buch zu Wort kommen, haben jedenfalls Visionen. Und sie alle haben einen Bezug zu einer Zeit, in der es in Deutschland schon einmal Anlass zum Träumen gab: eine Revolution, eine Wende im Wortsinn. Die Frauen waren damals jung, einige waren noch Kinder.
Die Interviews mit diesen Frauen enthalten Antworten, tief gehende Gedanken und Inspiration. Ob Dozentin, Bloggerin, Unternehmerin, Journalistin, Studentin, Hebamme, Buchhändlerin, Kuratorin, Autorin, Designerin – aus den unterschiedlichen Lebensumständen
der Interviewpartnerinnen in diesem Buch resultieren verschiedenste Betrachtungsweisen
und Lösungsansätze. Einige der Frauen sind bekannter – etwa die Aktivistin Anke Domscheit-Berg oder die Autorin und Journalistin Abini Zöllner – andere sind Frauen mit einem Alltag, in dem sich die Leserinnen wiederfinden werden.
Auch heute ist es an der Zeit, einen Wendepunkt zu setzen. Doch möglicherweise ist das noch schwieriger geworden als es vor 25 Jahren war. Denn damals sind wir auf die Straße gegangen, frisch verliebt in die Idee, dass alles möglich ist. Heute gilt es, unsere Beziehung mit der Demokratie im Alltag am Laufen zu halten. Und das ist oft so wenig aufregend, wie ums tägliche Müllwegbringen zu streiten. Doch es kann gelingen – das muss es
sogar.
Das Buch will eine Brücke schlagen zwischen dem, wofür wir schon einmal eingetreten sind und dem, was heute Realität ist. Es ist ein Buch für alle, die mitgenommen werden möchten auf eine gedankliche Reise in die Wendezeit. Ein Buch für alle, die sich fragen: Wie kann ich die Welt verbessern? Und die wissen: Es kommt auf jeden von uns an.
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14. März

Die Uhr, die nicht tickt.

Referentin: Sarah Diehl
Vortrag und Gespräch

Sarah Diehl hat für ihre Streitschrift für ein selbstgewähltes Leben ohne Kinder Frauen interviewt, die keine woll(t)en und das nicht bereuen. Sie schreibt gegen die Festlegung der Frau auf ihre Gebärfähigkeit, gegen das Mütterideal, an dem jede Frau scheitern muss. Und sie schreibt für die Entscheidungsfreiheit. Für die Option, auf die Erwartungen der Gesellschaft zu scheißen. Aber sie berichtet auch vom Hadern mit diesen überlaut vorgetragenen Erwartungen. Und sie erzählt von Frauen, deren Kinderwunsch gesellschaftlich weniger akzeptiert ist, etwa, weil sie krank sind oder einfach keine Akademikerinnen.
Veranstaltung in Kooperation mit outside the box – Zeitschrift für feministische Gesellschaftskritik und Buchhandlung drift und im Rahmen der Buchmesse 2015
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14. März

Women in Canadian Comics

Referentinnen: Kate Beaton und Nina Bunjevac
Vortrag und Gespräch

Zwei sehr unterschiedliche Persönlichkeiten der kanadischen Comicszene sind mit ihren neuen auf Deutsch erschienenen Büchern zu Gast. Kate Beaton stellt „OBACHT! LUMPENPACK“ vor – ein wildvergnügter Spaziergang durch Literatur- und Zeitgeschichte. Nina Bunjevac‘ eindringliche Graphic Novel „Vaterland“ porträtiert die Geschichte Jugoslawiens im 20. Jahrhundert aus einer  humanistischen Perspektive und beschreibt dabei die Suche einer Tochter nach ihrem Vater. Die Comickünstlerin besticht durch schonungslose Offenheit und präzise Schwarz-Weiß-Bilder.
– in englischer Sprache –
Veranstaltung in Kooperation mit dem Zwerchfell Verlag und dem avant-verlag.
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13. März

Aberland

Referentin: Gertraud Klemm
Lesung und Gespräch

Gertraud Klemm erzählt in ihrem zweiten Roman von Mutter und Tochter, die mit viel »ja – aber« die wichtigen Entscheidungen in ihrem Leben verschoben haben. Wie in ihrem Debüt Herzmilch ist ihr Blick dabei beißend witzig und ihre Analyse genau. Elisabeth, Mitte 50, beobachtet mit Zynismus und verhaltener Selbstreflexion das Altern der Frauen um sie herum. Und sie beobachtet ihre Tochter Franziska, 35, die zu Wutausbrüchen neigt, mit den Anforderungen der Gesellschaft an ihre Mutterrolle hadert und die theoretische Gleichberechtigung im Alltag nicht einlösen kann. Für das erste Kapitel des Romans erhielt Gertraud Klemm den Publikumspreis in Klagenfurt. Die Lesung fand im Rahmen der Buchmesse statt.
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23. Januar

Eine Reise durch die Mongolei

Multimedialer Vortrag

Die Mongolei, das Land der Nomaden, ist viereinhalb mal so groß wie Deutschland und äußerst dünn besiedelt. Mit der nahezu endlosen Steppe verbinden die einen eine karge triste Landschaft, für die anderen ist es der Inbegriff von Weite und Freiheit.

Sechs ehemalige Mitarbeiterinnen und Freundinnen der MONAliesA haben sich auf den Weg in diese unendlichen Weiten gemacht, um Land und Leute kennenzulernen. Auf der Fahrt mit einem russischen Allradbus durch die unberührte Natur mit ihren Steppen- und Waldlandschaften sowie Seen und heißen Quellen konnten sie die Gastfreundschaft der Nomaden genießen. In einem multimedialen Vortrag werden sie Reiseimpressionen und Hintergrundinformationen zur Bevölkerung sowie Bilder der beeindruckenden Landschaft präsentieren. Es gibt mongolischen gesalzenen Buttertee!
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2014

05. Dezember

Warum machen Frauen Zeitschriften

Referentinnen: Autorinnen der Zeitschrift Outside the Box
Vortrag und Gespräch

Warum eine Zeitschrift für feministische Gesellschaftskritik?
Der Vortrag soll die Frage beantworten, was das besondere an weiblicher Herausgeberschaft ist, wie eine feministische Zeitschrift aussehen kann und welche Konflikte diese adressiert. Welche Unterschiede gibt es in der feministischen Zeitschriftenszene? Es wird aus der aktuellen und vergangenen Ausgaben der gelesen.
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15. November

How to do a zine

Referentinnen: Katrin und Maria vom Mini Queer Zinefest Berlin
Workshop

Die Workshopleiterinnen sind selbst erfahrene Zine-Produzentinnen und haben in diesem Jahr erstmalig ein eigenes Zinefest in Berlin organisiert. Katrin ist Teil der Berliner Zine-Distribution Heavy Mental, Maria schreibt das Personal Zine Momo. Mehr dazu findet ihr hier.
Zusammen haben sie ein Compilation Zine zu Selbstliebe und Selbstfürsorge gemacht. Beim Workshop werden die Grundlagen der Herstellung eines eigenen Zines erklärt und ausprobiert.
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13. November

Anschreiben gegen Norm_alität_en: Queerfeministische Zines

Referentin: Maria Bühner
Vortrag, Lesung und Diskussion

Zines sind selbst-produzierte und -publizierte, nicht-kommerzielle Hefte, die vor allem in Subkulturen wie Hardcore und Punk genutzt worden und werden. Der Vortrag gibt einen Einblick in die Welt der queer/feministischen Zines und stellt verschiedene Zineprojekte genauer vor. Alle vereint die Kritik an “Normen” und “Normalität”. Themen der Zines sind u.a. Coming out, trans*, queer und Beeinträchtigung, Drag, Zustimmungskonzept und intersektionaler Feminismus. Der Vortrag gibt Einblicke in die Vielfalt queer-feministischer Themen. Begriffliches Vorwissen ist nicht nötig.
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07. November

Kollektiv leben, kollektiv arbeiten.

Referentin: Heike Brandt
Lesung und Diskussion

In einem Kollektiv aus gleichberechtigten Menschen zu leben und/oder zu arbeiten bedeutet, Entscheidungen mit Menschen unterschiedlichster Prägung im Konsens treffen zu wollen. Es bedeutet eine immer wiederkehrende Frage danach, wie eine Gesellschaft aussehen kann, die Hierarchien und Diskriminierungen benennen und ihnen entgegenwirken will. Oft genug bedeutet es auch, selbst neue Wege zu gehen, die andere vielleicht schon versucht haben, und Balancen zwischen Scheitern und Umorientieren zu finden.

Heike Brandt (*1947) war Mitbegründerin der Kommune 99 in West-Berlin im Jahr 1968, eines Kinderbuchladen-Kollektivs im Jahr 1976 und der Stiftung Umverteilen!. Außerdem war sie Mitglied einer kollektiv sozial tätigen Gruppe in einer Obdachlosensiedlung (1971-1974). Sie studierte Pädagogik und ist Übersetzerin, Autorin und Rezensentin von Kinder- und Jugendliteratur. Ihr Anliegen ist es, Menschen verschiedener Generationen einzuladen, Fragen aneinander stellen zu können. Sie liest aus den unveröffentlichten romanhaften Aufzeichnungen ihrer Erfahrungen und Erlebnisse. In der anschließenden Diskussion steht die Frage nach den Möglichkeiten und Herausforderungen kollektiven Arbeitens und Lebens im Vordergrund. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der Frage, welche Rolle das Geschlecht in kollektiven Strukturen spielt.
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24. Oktober

Über Seefrauen und Sprachfeminismus

Referentinnen: mfg (meine Frauengruppe)
Lesung und Diskussion

Die mfg [meine Frauengruppe] wird in ihrer Veranstaltung Über Seefrauen und Sprachfeminismus einige Passagen aus dem bahnbrechenden feministischen Roman Die Töchter Egalias von Gerd Brantenberg zum Besten geben, um daran in Form kurzer Inputs ihre Kritik an der patriarchalen Sprache entfalten.
Geschlecht in kollektiven Strukturen spielt.
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17. Oktober

chic lit! young feminist writers

Referentinnen: Bettina Wilpert und Katherin Bryla
Lesung und Diskussion

Lesung der Leipziger Studentinnen des hiesigen Literaturinstituts Bettina Wilpert und Katherin Bryla. In der Reihe chic lit! young feminist writers werden sie dem Titel der Reihe alle Unehre machen und uns einen Einblick in ihr exquisites schriftstellerisches Schaffen gewähren. Das Publikum ist eingeladen, mit den Künstlerinnen über ihre Arbeiten zu diskutieren und kann einen Einblick in die Umtriebe einer neuen Autorinnengeneration gewinnen.
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Auf dieser Seite aufgeführt sind die Veranstaltungen, die in der MONAliesA mit der Übernahme der Bibliothek durch die neuen Betreiberinnen seit 2014 organisiert wurden. Wir sehen uns durchaus in einer Tradition von Veranstaltungen, die schon vorher unter früheren MONAliesA Frauen organisiert wurden. Diese findet ihr auf dem Blog (Startseite), aber nicht auf dieser Seite.

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